
Zukunft der Tierhaltung sichern
Die Agrarpolitiker im Europaparlament wollen die Tierhaltung in der EU gestärkt sehen. In einem Entschließungsentwurf drängt der Landwirtschaftsausschuss unter anderem auf ein in realen Preisen stabiles GAP-Budget, um die finanzielle Unterstützung für den Sektor auf dem aktuellen Niveau zu halten. Zudem sollen EU-Tierschutzstandards in Handelsabkommen mit Drittländern berücksichtigt werden. Auch die Koordination des Kampfes gegen Tierseuchen soll auf EU-Ebene verbessert werden.
von AgE erschienen am 20.03.2026Der Landwirtschaftsausschuss (AGRI) des Europaparlaments will die Tierhaltung in der EU stärken. Eine entsprechende Entschließung haben die Abgeordneten am Mittwochabend (18.3.) auf den Weg gebracht. Für den unverbindlichen Entwurf stimmten 40 Agrarpolitiker. Es gab acht Gegenstimmen, aber keine Enthaltungen. Das Europaparlament wird aller Voraussicht nach im April über den Katalog mit Forderungen an die EU-Kommission entscheiden. Zur Erinnerung: Aller Voraussicht nach im Juni oder Juli plant die Brüsseler Behörde, ihre Strategie zur Nutztierhaltung zu präsentieren.
Die Abgeordneten drängen unter anderem auf folgende Punkte:
- Maßnahmen zur Sicherung der Budgets der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), um die finanzielle Unterstützung für Tierhalter auf dem aktuellen Niveau zu halten
- die EU-Standards für Tierschutz, Tiergesundheit und Umweltverträglichkeit sollen in allen Handelsabkommen Berücksichtigung finden;eine optimierte Vermarktung von EU-Tierprodukten im Ausland durch transparentere Kennzeichnungspraktiken und den Schutz geografischer Angaben
- Verbesserte EU-Koordinierung bei Impfstrategien, Früherkennungssystemen und Datenaustausch, einschließlich einer zentralen Impfdatenbank und Entschädigungsregelungen für von Krankheitsausbrüchen betroffene Landwirte
- die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe für Tierhaltung nach dem Vorbild der hochrangigen Arbeitsgruppe für Weinpolitik, um maßgeschneiderte Lösungen unter Berücksichtigung der regionalen Vielfalt zu entwickeln
- die Positionierung der EU-Tierhaltung als Eckpfeiler einer nachhaltigen Bioökonomie, um sicherzustellen, dass Produktivität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen
- eine umfassende und forschungsbasierte Kommissionsstrategie mit Fokus auf Präzisionslandwirtschaft und Innovation
EU nimmt globale Spitzenposition ein
Die Abgeordneten verweisen darauf, dass die EU als zweitgrößter Fleischproduzent und führender Milchproduzent der Welt eine starke globale Spitzenposition einnimmt. Die Abgeordneten schreiben dem Sektor eine entscheidende Rolle bei der Versorgung mit hochwertigem Eiweiß und Nährstoffen für eine ausgewogene Ernährung zu. Zudem erinnern sie daran, dass die weltweite Nachfrage nach tierischem Eiweiß bis 2050 voraussichtlich deutlich steigen wird.
Allerdings erinnert der AGRI auch daran, dass der Tierhaltungssektor in der Europäischen Union unter zunehmendem wirtschaftlichem, ökologischem und sozialem Druck steht. Die schrumpfenden Tierbestände gingen mit einem sinkenden Fleisch- und Milchkonsum einher. Eine Ausnahme sei der Verzehr von Geflügelfleisch. Beklagt wird, dass viele Landwirte aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten, mangelnden Nachwuchses und unzureichender Zukunftsperspektiven aufgeben würden.










