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Tierhaltung

Initiative Tierwohl: Neue Programme „Frischluftstall“ und „Auslauf“

Ab März 2026 können sich Hähnchen-, Puten- und Schweinemäster für die Programme „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ in Haltungsform Stufe 3 und „Initiative Tierwohl Auslauf“ in Haltungsform Stufe 4 anmelden. Das gab die ITW auf ihrer heutigen Pressekonferenz in Berlin bekannt.

von Initiative Tierwohl erschienen am 15.01.2026
Pressekonferenz der ITW am 15. Januar in Berlin: Die Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs (l.) und Robert Römer präsentieren die neuen Siegel (unten) der ITW-Programme der HF-Stufen 3 und 4. © Susanne Gnauk
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Die Initiative Tierwohl (ITW) wird neben ihrem Tierwohlprogramm („Stall plus Platz“) in der Haltungsform (HF) Stufe 2 zwei weitere Programme einführen. Ab März können sich Hähnchen-, Puten- und Schweinemäster für die Programme „ITW Frischluftstall“ in HF Stufe 3 und „ITW Auslauf“ in HF Stufe 4 anmelden. Details der Programme sollen Anfang Februar veröffentlicht werden. Voraussichtlich ab April 2026 finden dann die ersten Audits auf den Betrieben statt.

Voraussichtlich ab Mitte 2026 sollen dann die ersten Produkte mit den neuen Siegeln im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verfügbar sein. Entsprechende Programme für die Rinderhaltung sollen zeitnah folgen. Das Programm der ITW für die HF 2 hat inzwischen Marktanteile bei Geflügel von über 90 Prozent, bei Schwein von über 60 Prozent und bei Rind von ungefähr 20 Prozent erreicht.

EmpCo-Richtlinie der EU wird erfüllt

Inzwischen wurden 176 Programme einer Haltungsform eingeordnet, die meisten davon in die Stufen 3 und 4, gab Robert Römer, Geschäftsführer der ITW GmbH heute in Berlin bekannt. Durch die in nationales Gesetz gegossene EmpCo-Richtlinie der EU werden die Anforderungen an diese Programme komplexer. „Die ITW bietet durch ihre neuen Programme Lösungen für die Branche, wenn bestehende Programme nicht mehr weitergeführt werden können. Die neuen ITW-Programme sind unser Angebot für Marktteilnehmer, die gerne mehr Ware in den höheren Haltungsformen anbieten wollen und sind zudem auch für die Unternehmen interessant, die ihre eigenen Programme aufgrund der komplexen rechtlichen Anforderungen nicht mehr weiterführen können“, erklärte Römer.

Flexibler Wechsel zwischen Haltungsform-Stufen möglich

Die neuen ITW-Programme bauen auf den Anforderungen der ITW in der HF Stufe 2 auf. sie setzen also die Teilnahme am QS-System sowie alle weiteren Anforderungen der ITW-Stufe 2 voraus, wie etwa Monitoringprogramme, Weiterbildungsmaßnahmen und Haltungsanforderungen, z. B. Lichtprogramm und Fußballengesundheit bei Geflügel. Dazu kommen dann die Anforderungen der HF Stufe 3 oder 4, wie z. B. ein erweitertes Platzangebot und ständiger Zugang zum Auslauf.

Die Tierhalter können flexibler zwischen den HF Stufen wechseln. Und die Vermarkter können die Ware einer höheren Stufe bei Bedarf ohne Mengenbegrenzung in einer niedrigeren Stufe vermarkten (sogenanntes Donwgrading).

Neue Siegel erinnern an bekannte HF-Stufen

Das neue Siegel für das Programm „ ITW Frischluftstall“ erinnert mit dem gelben Rahmen an das bekannte ITW-Siegel für Fleisch der HF Stufe 2 mit dem blauen Haken, ist aber mit einen orangen Haken gekennzeichnet – eine Assoziation zur entsprechenden HF Stufe 3. Der Schriftzug „Frischluftstall“ ist auf weißem Grund unterhalb des gelben Rahmens zu sehen.

Auch beim Siegel für das Programm der HF Stufe 4 ist der Rahmen gelb, allerdings versehen mit einem grünen Haken und dem Schriftzug „Auslauf/Weide“ unter dem Rahmen. Beide Siegel wurden zahlreichen Verbrauchertests unterzogen.