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Geflügelwirtschaft

Heidemark baut Hähnchengeschäft aus

Heidemark stellt nach dem Einstieg von Boparan und Storteboom die Weichen neu und setzt auf Wachstum. Neben der Pute baut das Unternehmen vor allem das Hähnchengeschäft aus und bringt mehr verarbeitete Produkte in den Handel.

von DGS Redaktion Quelle Lebensmittel Praxis erschienen am 17.04.2026
Heidemark will nach dem Einstieg von Boparan und Storteboom gezielt wachsen statt Strukturen zusammenzulegen. Neben der Pute baut Heidemark vor allem das Hähnchengeschäft aus und setzt im Handel stärker auf verarbeitete Produkte. © nordphoto / Werkbild
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Der Einstieg der Boparan Group und ihrer Tochter Storteboom soll Heidemark vor allem voranbringen. CEO Andres Ruff macht im Interview mit der Lebensmittel Praxis klar: Das Unternehmen plant keine Einschnitte, sondern will wachsen. „Es geht nicht um Konsolidierung, sondern um eine strategische Wachstumsübernahme.“ Heidemark nutzt den Einstieg, um sein Geschäft breiter aufzustellen. Die Pute bleibt das Kerngeschäft. Gleichzeitig steigt das Unternehmen stärker ins Hähnchen ein. Grundlage dafür sind unter anderem frühere Zukäufe wie Gut Bergmark und der Lohnschlachter Dabe. Über Storteboom kommt zusätzlich Know-how im Hähnchenbereich in die Gruppe.

Hähnchen als neues Standbein

Der Einstieg kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Heidemark bereits Weichen gestellt hat. Mit Zukäufen wie Gut Bergmark und dem Lohnschlachter Dabe hat das Unternehmen seine Basis erweitert. Parallel dazu gewinnt das Hähnchengeschäft an Gewicht. Über Storteboom bringt der neue Eigentümer umfangreiche Erfahrung in diesem Bereich ein.

Ruff betont jedoch, dass die Pute das Kerngeschäft bleibt. Das Unternehmen will seine führende Position weiter ausbauen. Beim Hähnchen sieht Heidemark vor allem Chancen in einzelnen Segmenten neben den etablierten Marktführern.

Mehr Convenience und neue Produktlinien

Im Lebensmitteleinzelhandel setzt Heidemark verstärkt auf verarbeitete Produkte. Laut Ruff gehören dazu neue Konzepte rund um Airfryer-Anwendungen, Kombinationen aus Pute und Gemüse sowie sogenannte „Mood Food“-Produkte. Damit reagiert das Unternehmen auf veränderte Konsumgewohnheiten, etwa den Trend zu flexitarischer Ernährung. Convenience spielt dabei eine zentrale Rolle. Heidemark will über klassische Marinaden hinausgehen und stärker komplette Mahlzeiten anbieten. Die Entwicklung erfolgt nach Angaben des Unternehmens in enger Abstimmung mit dem Handel.

Keine eigene Veggie-Linie geplant

Beim Thema alternative Proteine bleibt Heidemark zurückhaltend. Eine eigene Veggie-Linie ist nicht vorgesehen. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Fleischprodukte mit ergänzenden pflanzlichen Komponenten. Wachstum sieht Ruff weiterhin klar im Fleischsegment.

Export und Struktur hängen an Genehmigungen

Mit dem neuen Konzernverbund könnten sich auch die Exportchancen verbessern. Als mögliche Zielmärkte nennt Ruff unter anderem Großbritannien, die Niederlande und Polen. Konkrete Planungen hängen jedoch noch von der kartellrechtlichen Genehmigung ab.

Für die weitere Entwicklung bleibt die Genehmigungssituation in Deutschland entscheident. Neue Schlachtkapazitäten sind schwer zu realisieren. „Neue Genehmigungen zu bekommen, ist schwierig“, sagt Ruff. Deshalb werde es darauf ankommen, vorhandene Kapazitäten optimal zu nutzen oder bestehende Standorte zu übernehmen. Vor allem das Zusammenspiel von Bau- und Immissionsschutzrecht bremse Investitionen. Ruff fordert hier Anpassungen, damit Stallbau wieder möglich wird.

Gleichzeitig sieht er Bewegung in der politischen Diskussion. Die Branche werde wieder stärker einbezogen, was aus seiner Sicht Spielraum für Verbesserungen eröffnet.