
Lebensmittelpreise im Auf und Ab: Geflügel trifft es zeitversetzt
Lebensmittel verteuerten sich zwischen 2021 und 2025 um knapp 32 %. Besonders 2022 und 2023 kam es zu massiven Ausschlägen. Für die Geflügelbranche zeigt der Detailblick eine deutlich differenziertere Entwicklung als es die öffentliche Debatte vermuten lässt.
von DGS Redaktion Quelle Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 2026 erschienen am 27.02.2026Die Preise für Nahrungsmittel sind in Deutschland seit 2021 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen sie 2025 rund 32 % über dem Niveau von 2021.
Auffällig ist die zeitliche Verteilung der Anstiege. Während vielfach der Eindruck eines kontinuierlichen Preisanstiegs entsteht, konzentrieren sich die stärksten Sprünge auf die Jahre 2022 und 2023. In den Folgejahren flachte die Dynamik deutlich ab. Die allgemeine Inflationsrate lag 2024 und 2025 jeweils bei 2,2 %.
Für die Geflügelwirtschaft sind insbesondere die Warengruppen Fleisch sowie Molkereiprodukte und Eier relevant. Fleisch verteuerte sich 2022 gegenüber dem Vorjahr um 14,5 %, 2023 folgte ein weiterer Anstieg um 8,3 %. 2024 lag das Plus nur noch bei 1,3 %, 2025 bei 2,3 % und damit in etwa auf Höhe der allgemeinen Teuerung.
Noch stärker waren die Ausschläge bei Molkereiprodukten und Eiern. 2022 stiegen die Verbraucherpreise hier um 19,5 %, 2023 um weitere 15,7 %. 2024 verzeichnete die Statistik einen Rückgang um 1,7 %. 2025 zogen die Preise wieder moderat um 2,8 % an.
Keine lineare Entwicklung, sondern starke Ausschläge
Die Zahlen zeigen, dass es sich nicht um eine gleichmäßige Verteuerung handelt. Vielmehr wechselten sich extreme Anstiege und ruhigere Phasen ab. Für Eiererzeuger und Geflügelhalter bedeutet das: Die starken Preissignale der Krisenjahre 2022 und 2023 wurden in den Folgejahren nicht in gleicher Intensität fortgeschrieben.
Der Vergleich mit anderen Warengruppen unterstreicht diese Volatilität. Speisefette und -öle verteuerten sich 2022 um 37,5 % , sanken 2023 um 3,5 %, legten 2024 nochmals um 10,3 % zu und gaben 2025 um 1,0 % nach. Über den Gesamtzeitraum seit 2021 ergibt sich dennoch ein Anstieg von 44,9 %. Obst verteuerte sich im selben Zeitraum um 22,5 %, obwohl 2025 mit 4,9 % der stärkste Jahresanstieg verzeichnet wurde.
Für die Geflügelbranche ist der Befund eindeutig: Die öffentliche Wahrnehmung dauerhaft steigender Preise greift zu kurz. Nach den außergewöhnlichen Marktverwerfungen infolge von Energie-, Futter- und Logistikkosten in den Jahren 2022 und 2023 bewegen sich die Preisänderungen bei Fleisch sowie bei Eiern inzwischen deutlich näher am allgemeinen Inflationsniveau.











