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Forschung

Studie vergleicht Verhalten von Legehennen und Masthühnern

US-Forscher analysieren die Bedeutung zentraler Verhaltensweisen in verschiedenen Nutzungsrichtungen. Messbare Unterschiede zeigen sich bei Stressindikatoren und Verhaltensauffälligkeiten.

von DGS Redaktion Quelle Poultry Extension Collaborative erschienen am 03.03.2026
Futtersuche, Staubbaden, Sitzstangen: Die Untersuchung zeigt, dass Legehennen und Masthühner bestimmte Verhaltensweisen unabhängig von Produktionszielen aktiv ausführen möchten. © Shutterstock
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Nach Angaben der Virginia Tech hat eine Arbeitsgruppe um Chloe Phelps untersucht, inwieweit bestimmte Verhaltensweisen bei Geflügel als intrinsisch motiviert einzustufen sind. Vorgestellt wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Fachsymposiums des Poultry Extension Collaborative.

Untersucht wurden sowohl Legehennen als auch Masthühner, in einzelnen Erhebungen auch Puten. Im Mittelpunkt standen Futtersuche, Staubbaden und das Aufsuchen erhöhter Ruheplätze. Diese Verhaltensweisen gelten als evolutionsbiologisch verankert. Die Forscher bewerteten, ob Tiere bereit sind, Aufwand oder kurzfristige Einschränkungen in Kauf zu nehmen, um diese Aktivitäten auszuführen.

Unterschiede zwischen Nutzungsrichtungen

Die Zeitanteile für Futtersuche unterscheiden sich je nach Produktionsrichtung deutlich. Puten verbringen nach den vorgelegten Daten rund sieben Prozent ihrer Aktivitätszeit mit Futtersuche. Bei Masthühnern liegt der Anteil zwischen 15 und 20 %. Legehennen können – sofern strukturelle Möglichkeiten vorhanden sind – bis zu 40 % ihrer Zeit damit verbringen.

In Versuchsaufbauten zeigten insbesondere Legehennen eine Bereitschaft, enge Passagen zu überwinden, um Zugang zu Einstreu oder Beschäftigungsmaterial zu erhalten. Tiere mit erweiterten Möglichkeiten zur Futtersuche zeigten weniger Federpicken.

Beim Staubbaden wurden erhöhte Stresshormonwerte gemessen, wenn kein geeignetes Substrat verfügbar war. Mit Zugang zu Einstreumaterial sanken diese Parameter. Ähnliche Effekte wurden beim Zugang zu erhöhten Ruheplätzen beobachtet. Hennen mit Sitzstangen zeigten geringere Aggressionsraten und weniger Anzeichen von Angstreaktionen.

Einordnung für die Praxis

Die Ergebnisse betreffen in erster Linie Haltungsformen mit strukturierter Umgebung, wie sie im Legehennenbereich verbreitet sind. Für die Mast liefern sie Hinweise darauf, dass auch dort verhaltensbezogene Bedürfnisse bestehen, die über die reine Futter- und Wasserversorgung hinausgehen.

Die Autoren betonen, dass die Möglichkeit zur Ausübung bestimmter Verhaltensweisen mit messbaren Veränderungen physiologischer Stressindikatoren verbunden ist. Die Studie liefert damit Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Haltungssystemen sowohl in der Legehennenhaltung als auch in der Broilermast.