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Kokzidiose und Darmgesundheit

Bacillus-Mischung stabilisiert Leistung nach Infektion

Eine Studie zeigt, wie ein mikrobieller Zusatz die Folgen einer Kokzidiosebelastung beeinflusst. Vor allem Darmbarriere, Gewichtsentwicklung und Läsionen reagieren auf die Fütterung.

von DGS Redaktion Quelle Frontiers in Microbiology erschienen am 15.04.2026
Kokzidiose schädigt die Darmschleimhaut und beeinträchtigt die Leistung. Ansätze, die die Darmbarriere stabilisieren, können die Folgen einer Infektion unter Versuchsbedingungen abmildern. © Agarianna76/Shutterstock
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Eine in Frontiers in Microbiology veröffentlichte Studie zeigt, dass ein mikrobieller Futtermittelzusatz die Auswirkungen einer Kokzidioseinfektion bei Masthühnern abschwächen kann. Durchgeführt und finanziert wurde die Versuchsarbeit vom Tiergesundheitsunternehmen Phibro Animal Health.

Untersucht wurde ein Produkt auf Basis von vier Bacillus-Stämmen. Ziel war es, nicht nur die akute Phase der Infektion zu betrachten, sondern auch die anschließende Erholung der Tiere systematisch zu erfassen.

Versuch unter definiertem Infektionsdruck

Für den Versuch wurden 120 Masthühnerküken der Linie Ross 708 auf drei Gruppen verteilt. Eine Gruppe blieb unbehandelt und ohne Infektion. Zwei weitere Gruppen wurden gezielt mit Eimeria belastet, wobei eine davon zusätzlich den mikrobiellen Zusatz erhielt. Die Infektion erfolgte über eine orale Verabreichung eines Lebendimpfstoffs in erhöhter Dosierung. Auf diese Weise sollte ein klarer Infektionsverlauf sichergestellt werden. Über einen Zeitraum von bis zu 13 Tagen nach Infektion erfassten die Forscher Leistungsdaten, Darmläsionen und die Ausscheidung von Oozysten. Ergänzend bestimmten sie die Durchlässigkeit der Darmwand mithilfe eines fluoreszierenden Markers. Diese Messgröße erlaubt Rückschlüsse auf die Stabilität der Darmbarriere.

Unterschiede zeigen sich früh

Bereits in der akuten Phase der Infektion traten deutliche Unterschiede zwischen den Gruppen auf. Tiere ohne Zusatz verloren an Gewichtsentwicklung und zeigten eine schlechtere Futterverwertung. Dagegen lagen die entsprechenden Werte der supplementierten Tiere auf dem Niveau der nicht infizierten Kontrollgruppe.

Parallel dazu fiel die Schädigung des Darms geringer aus. Die Läsionswerte blieben niedriger, ebenso die Ausscheidung von Oozysten. Auch bei der Darmdurchlässigkeit zeigten sich Unterschiede. Tiere mit Zusatz wiesen geringere Werte auf, was auf eine stabilere Barrierefunktion hindeutet.

Im Darmgewebe wurden zudem geringere Entzündungsreaktionen gemessen.

Ansatz über die Darmfunktion

Die Ergebnisse verdeutlichen, welche Rolle die Darmgesundheit im Verlauf einer Kokzidiose spielt. Wird die Schleimhaut geschädigt, verschieben sich Nährstoffflüsse im Tier. Wachstum tritt in den Hintergrund, während das Immunsystem stärker beansprucht wird.

Der untersuchte Zusatz zielt darauf ab, diese Effekte abzumildern. Den Angaben der Autoren zufolge kann so ein Teil der leistungsmindernden Folgen der Infektion aufgefangen werden.

Einordnung für die Praxis

Kokzidiose gehört weiterhin zu den wirtschaftlich bedeutenden Erkrankungen in der Geflügelhaltung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Strategien, die ohne oder mit reduziertem Antibiotikaeinsatz auskommen.

Direkt verfütterte Mikroorganismen werden in diesem Zusammenhang intensiv untersucht. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen unter Versuchsbedingungen positive Effekte. Wie stabil diese unter Praxisbedingungen sind, bleibt offen und erfordert weitere Untersuchungen.