
Impfstoff gegen Aviäre Influenza über Mehlwürmer erprobt
Ein Forschungsteam arbeitet an einem HPAI-Impfstoff, der über Futter verabreicht wird. Der Ansatz soll Bestände schützen und praktische Hürden bisheriger Impfstrategien umgehen.
von DGS Redaktion Quelle North Carolina State University, National Animal Disease Center. erschienen am 31.03.2026Nach Angaben der Kansas State University entwickelt ein interdisziplinäres Team einen Impfstoff gegen die hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI), der über genetisch veränderte Mehlwürmer in den Bestand eingebracht wird. Das Projekt wird über einen „HPAI Poultry Innovation Grand Challenge Award“ gefördert und soll innerhalb von drei Jahren einen Machbarkeitsnachweis liefern.
Die Forscher richten die ersten Versuche auf Legehennen aus, da dieser Bereich derzeit besonders stark von Ausbrüchen betroffen ist. Später wollen sie den Ansatz auch bei Mastgeflügel und Puten prüfen. Beteiligt sind unter anderem Wissenschaftler der North Carolina State University, des St. Jude Children's Research Hospital sowie des National Animal Disease Center.
Im Zentrum steht ein veränderter Mehlwurm, der ein Virusantigen in seinem Körper bildet. Hühner nehmen die Larven über das Futter auf und reagieren im Darm auf das Antigen mit einer Immunantwort. Zusätzlich setzen die Entwickler auf Moleküle, die gezielt Immunzellen im Darm ansprechen sollen. Damit wollen sie die Reaktion beschleunigen und stabilisieren.
Der Ansatz greift ein Problem auf, das die Branche seit Jahren beschäftigt. Das Virus verändert sich rasch und verbreitet sich über Wildvögel. Gleichzeitig bleibt die Bestandsräumung derzeit die einzige zugelassene Maßnahme zur Bekämpfung. Eine Impfung muss deshalb nicht nur wirken, sondern sich auch schnell an neue Varianten anpassen lassen. Nach Angaben der Projektgruppe lässt sich das Antigen im Mehlwurm-System innerhalb weniger Monate austauschen.
Ein weiterer Punkt betrifft die praktische Umsetzung im Betrieb. Injektionsimpfstoffe erfordern das Einfangen und Handling jedes einzelnen Tieres. Das bindet Arbeitszeit und erhöht den Stress im Bestand. Der Fütterungsansatz würde diesen Schritt vermeiden. Gleichzeitig entfällt die Kühlung, da sich die Mehlwürmer auch gefriergetrocknet lagern lassen.
Der geplante Impfstoff soll zudem DIVA-konform sein. Das bedeutet, dass sich geimpfte und infizierte Tiere unterscheiden lassen. Diese Voraussetzung gilt als notwendig für den Einsatz in international ausgerichteten Märkten und entspricht den Vorgaben der World Organisation for Animal Health.
Ob sich der Ansatz in der Praxis bewährt, müssen die kommenden Versuche zeigen. Die Forscher sehen Potenzial, verweisen aber selbst auf den frühen Entwicklungsstand.










