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Aviäre Influenza

Geflügelpest: Impfkampagne erfüllt ihren Zweck

In Frankreich hat das Amt für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit eine wissenschaftliche Analyse der Impfkampagne gegen die Geflügelpest vorgelegt und eine positive Bilanz gezogen. Demnach wurde die Impfpflicht weitgehend eingehalten und zu jedem Zeitpunkt waren zwischen 40 und 45% des Entenbestandes vor den schlimmsten Auswirkungen der Seuche geschützt.

von AgE erschienen am 18.03.2026
Laut der französischen Fachbehörde war die Immunisierung ein Erfolg. © 2024 StanislavSukhin/Shutterstock
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Die in Frankreich 2023 zur Bekämpfung der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) gestartete Kampagne zur Impfung von Hausenten kann als Erfolg betrachtet werden. Zu diesem Schluss kommt das Amt für Gesundheitsschutz in Ernährung, Umwelt und Arbeit (ANSES). Die Fachleute haben die ersten sechs Monate nach Einführung der Impfung unter die Lupe genommen und dabei Felddaten mit vorangegangenen Experimenten und Modellrechnungen zur Bestimmung des Schutzniveaus kombiniert.

Nach Einschätzung der Behörde ist die Impfpflicht weitgehend eingehalten worden. Zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 31. März 2024 wurden 51 Mio. Impfdosen verbraucht; laut ANSES wurden mehr als 95% des Entenbestandes immunisiert. Die überwiegende Mehrheit der Tiere hat dabei zwei Impfungen erhalten, die erste im Alter von etwa zehn Tagen und die zweite 20 Tage später.

Wie die Modellrechnungen zum Impfschutz zeigen, waren nach dem Start der Kampagne zu jedem beliebigen Zeitpunkt zwischen 40 und 45% des Entenbestandes vor den schlimmsten Auswirkungen der Geflügelpest geschützt. Der verbleibende Anteil umfasst laut ANSES Tiere, die ihre zweite Impfung noch nicht erhalten haben oder bei denen der Impfschutz bereits wieder nachlässt. Wie die Wissenschaftler betonen, sind diese Werte ausreichend, um der Gesamtpopulation ein gewisses Schutzniveau zu bieten. Voraussetzung für eine weitere Verbesserung sei eine strikte Einhaltung der Vorgaben.

Als zielführend hat es sich laut ANSES auch erwiesen, Enten für die Produktion von Stopfleber eine dritte Impfung zu verabreichen. Diese Maßnahme wurde allerdings nur Gebieten mit regional und saisonal besonders hohem HPAI-Risiko durchgeführt. Hintergrund ist, dass die Enten in der Stopfleberproduktion länger als Fleischenten gemästet werden. 

Die französische Kampagne zur Impfung von Enten gegen die Geflügelpest war am 1. Oktober 2023 gestartet worden. Vorgeschrieben wurde die Immunisierung bei Herden von mehr als 250 Barbarie-, Mulard- und Pekingenten, Ausnahmen waren für Brütereien und Vermehrungsbetriebe vorgesehen. Finanziert wurden die Impfungen zunächst zu 85% vom Staat, im August 2024 wurde der Anteil der öffentlichen Hand auf 70% zurückgefahren.

In den Jahren vor der Impfkampagne war es zu verheerenden Seuchenzügen der HPAI gekommen, auch Deutschland war betroffen. Allein in Frankreich wurde millionenfach Nutzgeflügel gekeult, überwiegend Enten und Hühner. Unter dem Eindruck der heftigen Schäden für die Geflügelwirtschaft waren seinerzeit zahlreiche Maßnahmen zur Prävention diskutiert worden, darunter auch eine Auflösung der regionalen Produktionsschwerpunkte. Einzige tiefer gehende Neuerung im Kampf gegen die Geflügelpest ist bislang aber die Impfung der Enten geblieben.