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EU-Agrarpolitik nach 2027

Junglandwirte drängen auf festen Anteil an GAP-Mitteln

Die europäische Junglandwirteorganisation CEJA fordert ein umfassendes Förderpaket für Betriebsgründer. Auch der neue GAP-Berichterstatter Norbert Lins sieht Nachbesserungsbedarf und will sich für ein verbindliches Mindestbudget einsetzen.

von DGS Redaktion Quelle Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus – Europaberichte zur GAP-Reform erschienen am 04.03.2026
Der Generationswechsel bleibt eine der zentralen Herausforderungen der europäischen Landwirtschaft. In der EU sind derzeit nur rund zwölf Prozent der Betriebsleiter jünger als 40 Jahre. © 2025 Sichon/Shutterstock
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Der Generationswechsel in der Landwirtschaft rückt erneut in den Mittelpunkt der Debatte um die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Die europäische Junglandwirteorganisation CEJA fordert von der EU-Politik ein gezieltes „Starterpaket“ für junge Betriebsleiter und Neueinsteiger.

Nach Vorstellungen der EU-Kommission soll die künftige GAP stärker auf die Förderung junger Landwirte ausgerichtet werden. Hintergrund ist die Altersstruktur in der europäischen Landwirtschaft: Nur rund zwölf Prozent der Betriebsleiter in der EU sind jünger als 40 Jahre. Bis 2040 soll sich dieser Anteil nach Plänen der Kommission etwa verdoppeln.

Um dieses Ziel zu erreichen, diskutiert Brüssel zusätzliche Förderinstrumente. Vorgesehen ist unter anderem ein umfassendes Starterpaket, das Einkommensbeihilfen für junge Betriebsleiter, Niederlassungs- und Investitionsförderung sowie bessere Finanzierungsmöglichkeiten für Hofübernahmen umfassen soll. Auch der Zugang zu Fremdkapital gilt als ein zentrales Hindernis für viele Neueinsteiger in die Landwirtschaft.

Mindestbudget für Junglandwirte gefordert

CEJA sieht die Vorschläge bislang jedoch als unzureichend an. Die Organisation verlangt, dass die Unterstützung für Junglandwirte fest im Budget der künftigen GAP verankert wird. Ohne eine klare finanzielle Absicherung drohten Strategien zum Generationswechsel wirkungslos zu bleiben, warnen die Junglandwirtevertreter.

In Brüssel wird daher diskutiert, einen festen Anteil der Agrarmittel für junge Betriebsleiter zu reservieren. In internen Strategieentwürfen wird ein Anteil von mindestens sechs Prozent der künftigen Fördermittel genannt, der gezielt für Junglandwirte bereitgestellt werden könnte. Die konkrete Ausgestaltung müssten anschließend die Mitgliedstaaten in ihren nationalen GAP-Programmen festlegen.

Schlüsselrolle für Berichterstatter Lins

Eine zentrale Rolle bei den kommenden Verhandlungen spielt der CDU-Europaabgeordnete Norbert Lins. Der Agrarpolitiker wurde Anfang 2026 zum Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die nächste GAP-Reform bestimmt und führt damit die parlamentarischen Verhandlungen zu den Vorschlägen der EU-Kommission.

Lins kritisiert, dass die bisherigen Vorschläge der Kommission zwar zusätzliche Unterstützung für Junglandwirte vorsehen, diese jedoch nicht mit einem verbindlichen Budget hinterlegt seien. In den anstehenden Beratungen will er deshalb darauf dringen, dass die Förderung der jungen Generation finanziell klar abgesichert wird.

Generationswechsel als agrarpolitische Kernfrage

Die Diskussion über spezielle Förderinstrumente für Junglandwirte gewinnt seit einigen Jahren an Bedeutung. Viele Betriebe stehen vor ungelösten Hofnachfolgen, gleichzeitig gelten hohe Investitionskosten und schwieriger Zugang zu Land als wichtige Einstiegshürden.

Vor diesem Hintergrund sehen sowohl EU-Kommission als auch Agrarpolitiker im Europäischen Parlament die Unterstützung junger Betriebsleiter zunehmend als entscheidenden Baustein für die Zukunftsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft.