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Initiative Tierwohl

Hohe Marktabdeckung bei Geflügel

Heute veröffentlichte Zahlen der Initiative Tierwohl GmbH (ITW) zeigen die Verteilung des Produktangebots in den fünf Haltungsstufen für verschiedene Tierarten. Verglichen wurden die Zahlen der Haltungsform-Stufen von 2024 und 2023.

von ITW, DGS erschienen am 15.01.2026
Pressekonferenz der ITW am 15. Januar in Berlin, v. l.: Pressesprecher Dr. Patrick Klein sowie die Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs und Robert Römer. © Susanne Gnauk
Daten aus der forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative Tierwohl. © ITW
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90 % des Geflügelfleisches sind ITW-Geflügel. Diese hohe Marktabdeckung bei Geflügel betonte heute Robert Römer, Geschäftsführer der Initiative Tierwohl GmbH auf der Pressekonferenz der Initiative Tierwohl (ITW) in Berlin. Gut 2.100 Hähnchenmäster in der ITW mästen rund 800 Mio. Hähnchen pro Jahr – zum Teil auch im Ausland, z. B. in Polen oder Italien. Überdies mästen gut 75 Pekingentenhalter in der ITW rund 17 Mio. Tiere pro Jahr. Bei der Pute soll künftig dafür gesorgt werden, dass alle Tiere von der Geburt bis zur Schlachtung auf ITW-zertifizierten Betrieben gehalten werden. Aktuell gibt es 700 Putenmäster im System mit etwa 28 Mio. gemästeten Tieren pro Jahr und neben den Kombibetrieben etwa 115 reine Putenaufzüchter.

Geflügel: Flächendeckende Kennzeichnung mit Haltungsform

Die Initiative Tierwohl GmbH (ITW) präsentierte ebenfalls neue Zahlen zur Haltungsform-Kennzeichnung, die die Verteilung des Produktangebots in den fünf Haltungsstufen für verschiedene Tierarten zeigen. Die Daten basieren auf den gemeldeten Verkaufsmengen der teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Im Vergleich der Jahre 2023 und 2024 ist eine Verschiebung von Stufe 2 hin zu Stufe 3 erkennbar – insbesondere bei der Pute. Diese Entwicklung ist maßgeblich auf LEH-Initiativen zurückzuführen.

Die Verteilung der Haltungsstufen bei Geflügel bleibt dabei insgesamt im Vergleich der Jahre 2023 zu 2024 weitgehend stabil. Bei Hähnchen gibt es kaum Veränderungen: die Haltungsstufe 2 dominierte hier mit 88,6 % (2024) gegenüber 89,8 % (2023) das SB-Sortiment. Die neu eingeführte Stufe 5 erreichte 4,8 %.

Bei Pute zeigt sich eine etwas stärkere Bewegung: Stufe 2 bleibt mit 78,0 % führend (2023: 91,5 %), während höhere Stufen zulegen – Stufe 3 um +13,3 %, Stufe 5 um +3,0 %. Insgesamt sind Hähnchen und Pute nahezu vollständig mit einer der fünf Haltungsformen gekennzeichnet (weniger als 1 % der Gesamtware wird nicht gekennzeichnet).

Frischfleisch und Fleischzubereitungen in der Bedientheken im Vergleich 2023 zu 2024.
Frischfleisch und Fleischzubereitungen in der Bedientheken im Vergleich 2023 zu 2024. © ITW
Frischfleisch und Fleischzubereitungen im SB-Regal im Vergleich 2023 zu 2024.
Frischfleisch und Fleischzubereitungen im SB-Regal im Vergleich 2023 zu 2024. © ITW

Forsa-Umfrage: ITW bleibt bekannt und beliebt

ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs präsentierte überdies auf der Pressekonferenz Zahlen einer repräsentativen forsa-Umfrage, durchgeführt im November 2025. Demnach haben 72 % der Deutschen schonmal von der ITW gehört oder gelesen. Die Bekanntheit konnte dabei seit 2017 um 31 Prozentpunkte gesteigert werden. 85 % finden das ITW-Konzept gut oder sehr gut.

90 % bewerten die Kennzeichnung von Fleischprodukten mit dem fünfstufigen Kennzeichnungssystem der Haltungsform positiv. 84 % der Verbraucher nehmen die Kennzeichnung bewusst wahr – ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber dem ohnehin hohen Niveau des Vorjahres. 90 % der Befragten finden, dass sich alle Lebensmitteleinzelhändler an der Kennzeichnung beteiligen sollen. Eine große Mehrheit (86 %) wünscht sich zudem, dass auch in der Gastronomie die Kennzeichnung der Haltungsform zumindest von den großen Ketten verwendet werden sollte.

Staatliche Kennzeichnung: Das fordern Verbraucher

Danach gefragt, was die Bundesregierung bei der Einführung des geplanten staatlichen Kennzeichnungssystems für die Tierhaltung besonders beachten soll, verlangen 96 % der Befragten regelmäßige Stallkontrollen. 92 % meinen außerdem, dass die Bürokratie für die Betriebe und den Handel möglichst geringgehalten werden sollte. 84 % fordern, dass deutsche Landwirte durch Haltungskennzeichnung des Staates nicht schlechter gestellt werden dürfen als ihre ausländischen Berufskollegen.

Gastrobranche hält sich bedeckt

Die Gastrobranche halte sich immer noch bedeckt, was die Initiative Tierwohl betrifft – bisher nehmen nur McDonald’s und dean&david an der Initiative teil, führte Hinrichs weiter aus. Dabei werde etwa ein Drittel des Fleischs in Deutschland über die Gastronomie abgesetzt. „Ein Tierhaltungskennzeichnungsgesetz kann nur eine tierwohlfördernde Wirkung haben, wenn die Außer-Haus-Verpflegung einbezogen wird“, betonte der Geschäftsführer. „Während im LEH ein staatliches Tierhaltungskennzeichen lediglich Eulen nach Athen trägt, könnte im Außer-Haus-Bereich ein guter Impuls von einer gut gemachten staatlichen Lösung ausgehen. Eine schlecht gemachte Lösung hingegen könnte dem Tierwohl Schaden hinzufügen.“

„Während im LEH ein staatliches Tierhaltungskennzeichen Eulen nach Athen trägt, könnte im Außer-Haus-Bereich ein guter Impuls von einer gut gemachten staatlichen Lösung ausgehen.“ Dr. Alexander Hinrichs, ITW-Geschäftsführer

Er appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer, die Hinweise der Verbraucher und der Wirtschaft ernst zu nehmen und erneuerte die Forderungen der ITW an eine staatliche Tierhaltungskennzeichnung: Transparenz mit regelmäßigen Kontrollen, gleiche Kennzeichnungspflicht für in- und ausländische Ware, Erweiterung der Kennzeichnung auf den Außer-Haus-Bereich, verpflichtende Deklaration mit klaren Begriffen unter Berücksichtigung bekannter Siegel wie der Haltungskennzeichnung des LEH, Bürokratie klein halten – übermäßige Meldepflichten und Register vermeiden und auf bewährte Systeme der Wirtschaft zurückgreifen sowie das Downgrading ermöglichen.

Über die forsa-Befragung

Im Auftrag der Initiative Tierwohl GmbH hat forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen GmbH wiederholt eine Befragung zur Haltung von Nutztieren in Deutschland und zu Tierwohl-Siegeln durchgeführt. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung wurden insgesamt 1.006 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren in der BRD befragt. Die Erhebung wurde vom 20. bis 28. November 2025 mithilfe des Befragungspanels forsa.omninet durchgeführt. Die ermittelten Ergebnisse können mit den bei allen Stichprobenerhebungen möglichen Fehlertoleranzen auf die Gesamtheit der Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland übertragen werden.