
40 Prozent mehr nach Deutschland
Die Niederlande haben 2025 ihre Exporte von Wirtschaftsdünger um 25,8% auf 3,41 Mio. t gesteigert, wobei Deutschland mit gut 1,76 Mio. t und einem Plus von sogar mehr als 40% wichtigster Abnehmer blieb. Ursache ist die Verschärfung des EU-Düngerechts, was zu wachsenden Gülleüberschüssen führte. Die niederländische Regierung sucht deshalb verstärkt Exportmärkte.
von AgE erschienen am 23.01.2026Die Niederlande haben 2025 erheblich mehr Wirtschaftsdünger aus der Nutztierhaltung ins Ausland und vor allem nach Deutschland geliefert. Nach Angaben der niederländischen Unternehmensagentur (RVO) belief sich die betreffende Exportmenge auf insgesamt 3,41 Mio. t. Das entsprach einem Zuwachs von 25,8% gegenüber dem Vorjahr und markierte zugleich den höchsten Stand seit mindestens 2015. Der exportierte Wirtschaftsdünger enthielt im Berichtsjahr fast 36.370 t Phosphat und rund 39.850 t Stickstoff. Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies Steigerungen um 18,9% beziehungsweise 27,1% entspricht.
14 % mehr Gülle nach Frankreich und Belgien
Besonders stark nahmen die Lieferungen nach Deutschland zu. Die Bundesrepublik ist seit Jahren der wichtigste Abnehmer, noch vor Frankreich und Belgien. Laut RVO kamen hierhin 2025 insgesamt gut 1,76 Mio. tWirtschaftsdünger aus dem Nachbarland, nach lediglich 1,25 Mio. tim Vorjahr. Parallel stiegen auch die Nährstoffmengen deutlich: Die Phosphatexporte erhöhten sich um 40,9% auf rund 12.660 t, die Stickstoffmengen sogar um 50,2% auf etwa 18.110 t.
Für Frankreich als zweitwichtigstes Zielland verzeichnete die RVO einen Anstieg der Einfuhren von niederländischem Wirtschaftsdünger um 14,1% auf insgesamt 1,02 Mio. t. In Belgien ergab sich ein Plus von 13,8% auf mehr als 543.000 t.
Wegfall der Derogation verschärft Angebotsdruck
Eine wichtige Ursache für den kräftigen Exportanstieg waren die erneut gesenkten Obergrenzen für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger tierischer Herkunft im Jahr 2025. Die von der EU-Kommission gewährten umweltrechtlichen Ausnahmeregelungen (Derogation) für die Niederlande sind nun ausgelaufen. Deshalb rechnen Marktbeobachter für 2026 mit weiter steigenden Überschüssen am niederländischen Güllemarkt, zumal die inländischen Verarbeitungskapazitäten als begrenzt gelten. Unterdessen sind die Preise für die Abgabe von Wirtschaftsdünger seit 2023 stark gestiegen und belasten zunehmend die Wirtschaftlichkeit der Tierproduktion.
Suche nach Exportmärkten
Landwirtschaftsministerin Femke Wiersma setzt neben der künftig verstärkten Nutzung von Renure auf zusätzliche Gülleexporte, um die Überschüsse zu reduzieren. Zur Erkundung neuer Absatzchancen reiste Mitte vergangenen Jahres eine Delegation unter der Leitung des von Wiersma eingesetzten „Güllebotschafters“ Raymond Knops nach Frankreich. An der Mission beteiligten sich Vertreter von Gülleverarbeitern, Branchenorganisationen, der Stiftung für Düngemittelkontrollen, der Lebensmittel- und Warenaufsichtsbehörde (NVWA) sowie des Niederländischen Zentrums für Gülleverwertung (NCM).
Nach Angaben der Ministerin hat sich Frankreich dabei als attraktiver Zielmarkt erwiesen. Ein Vorteil sei die geografische Nähe. Außerdem wachse dort die Nachfrage nach organischem Dünger in Regionen mit großen Ackerflächen bei vergleichsweise geringer Viehdichte, so Wiersma. Delegationsreisen nach Deutschland und Polen waren zwar für Oktober 2025 geplant, aber entsprechende Ergebnisse liegen noch nicht vor.








