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Tiergesundheit

Großbritannien testet HPAI-Impfstoffe bei Puten

In England hat ein neuer Feldversuch zur Impfung gegen hochpathogene Aviäre Influenza begonnen. Die Untersuchungen sollen zeigen, ob sich Impfstoffe unter Praxisbedingungen sinnvoll in die Seuchenbekämpfung integrieren lassen.

von DGS Redaktion Quelle Department for Environment, Food & Rural Affairs erschienen am 05.03.2026
Der Feldversuch in England soll zeigen, wie gut HPAI-Impfstoffe Puten im Bestand schützen und wie sich Impfprogramme mit Überwachung und Handelsanforderungen vereinbaren lassen. © MBE-Photography
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Großbritannien hat am Donnerstag, 5. März, einen neuen Versuch zur Impfung gegen hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI) gestartet. Wie die britische Regierung mitteilt, soll der Feldversuch klären, wie gut aktuelle Impfstoffe unter Praxisbedingungen wirken und welche Rolle sie künftig in der Seuchenbekämpfung spielen können. Der Versuch konzentriert sich auf Putenbestände in England. Die Tierart gilt als besonders empfänglich für Aviäre Influenza. Wenn sich Bestände infizieren, treten häufig schwere klinische Symptome auf und die Verluste steigen innerhalb kurzer Zeit stark an. Genau deshalb wollen die beteiligten Fachbehörden zunächst untersuchen, wie Puten auf die verfügbaren Impfstoffe reagieren.

Versuch unter strenger Aufsicht

Geplant ist die Beprobung einer kleinen Tiergruppe unter wissenschaftlicher Aufsicht. Die Genehmigung für den Versuch erteilte die britische Zulassungsbehörde für Tierarzneimittel, die Veterinary Medicines Directorate. Eingesetzt werden Impfstoffe, die in Großbritannien oder in der Europäischen Union zugelassen sind.

Eine breit angelegte Impfung gegen Vogelgrippe ist im Vereinigten Königreich derzeit nicht erlaubt. Die Versuche sollen deshalb zunächst Daten liefern, wie Impfprogramme unter Praxisbedingungen funktionieren könnten und wie sich eine Impfung mit Überwachungsmaßnahmen verbinden lässt, ohne Handelsströme zu gefährden. Die britische Biosicherheitsministerin Baroness Hayman weist darauf hin, dass Ausbrüche der Vogelgrippe jedes Jahr erhebliche Schäden in der Geflügelhaltung verursachen. Nach Angaben der Regierung entstehen Staat und Branche im Vereinigten Königreich Kosten von bis zu 174 Millionen Pfund pro Jahr. Impfstoffe könnten deshalb langfristig eine zusätzliche Möglichkeit sein, um Bestände zu schützen.

Daten für die nationale Impfstrategie

Auch die britische Chefveterinärin Christine Middlemiss sieht in dem Versuch einen wichtigen Baustein für die weitere Strategie. Der Feldversuch soll zeigen, wie sich Impfstoffe gegen HPAI gezielt einsetzen lassen. Gleichzeitig betont sie, dass konsequente Biosicherheitsmaßnahmen weiterhin die wichtigste Schutzlinie gegen eine Einschleppung bleiben.

Professor Ashley Banyard von der staatlichen Animal and Plant Health Agency ordnet die Tests in das internationale Geschehen ein. Seit 2020 hat sich H5N1 weltweit stark ausgebreitet und sowohl Nutz- als auch Wildvogelpopulationen getroffen. Die Stärke der Ausbrüche schwankt von Jahr zu Jahr, was Prognosen erschwert. Wenn der Versuch zeigt, dass Puten eine stabile Immunantwort entwickeln, könnte das ein wichtiger Hinweis für den praktischen Einsatz der Impfstoffe sein.

Der Versuch ist auf 24 Wochen angelegt. Die Ergebnisse sollen in die Empfehlungen der britischen HPAI-Impfstoff-Taskforce einfließen. Auch andere europäische Länder prüfen derzeit den Einsatz von Impfstoffen gegen Aviäre Influenza. In Italien und in den Niederlanden laufen bereits entsprechende Versuche.

Die Behörden betonen dennoch, dass Biosicherheit die wichtigste Schutzmaßnahme bleibt. Geflügelhalter sollten ihre Bestände aufmerksam beobachten und Verdachtsfälle sofort melden, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.