
KI-Tools zur Auswertung von Herden- und Leistungsdaten
Künstliche Intelligenz kann Produktionsdaten strukturieren und Muster sichtbar machen. Voraussetzung ist eine gezielte Fragestellung und fachliche Kontrolle der Ergebnisse.
von DGS Redaktion Quelle WATTPoultry, International Production and Processing Expo 2026 erschienen am 18.02.2026Nach einem Bericht von Meredith Dawson vom 10. Februar 2026 und einem Vortrag von Brandon Mulnix, Vertriebsdirektor bei Prism Controls, auf der International Production and Processing Expo 2026 setzen erste Eierproduzenten in Nordamerika öffentlich verfügbare KI-Plattformen zur Auswertung betrieblicher Leistungsdaten ein.
Digitale Auswertung von Herden- und Leistungsdaten
Mulnix zufolge eignen sich Anwendungen wie ChatGPT, Google Gemini, Notebook LM oder Claude dazu, historische Herdenaufzeichnungen zu analysieren und Leistungsentwicklungen systematisch auszuwerten. Während viele Betriebe KI bislang lediglich für einfache Textfunktionen nutzen, biete die Technologie darüber hinaus Potenzial für die strukturierte Analyse größerer Datensätze.
Konkret können Produzenten aktuelle und frühere Herdenaufzeichnungen in Systeme wie Notebook LM hochladen. Das Programm verarbeitet ausschließlich die vom Nutzer bereitgestellten Dokumente und erstellt darauf basierende Auswertungen. Möglich sind unter anderem Vergleiche zwischen Herden, Berechnungen von Futterverwertungskennzahlen sowie die Identifikation wiederkehrender Muster in Produktionsverläufen.
Auch Zusammenhänge zwischen Stallklima und Legeleistung lassen sich, laut Mulnix, automatisiert untersuchen. Gerade bei umfangreichen Datensammlungen könnten statistische Korrelationen sichtbar werden, die bei manueller Auswertung schwer erkennbar seien. Für Betriebe mit langjähriger Dokumentation eröffnet sich zudem die Möglichkeit, eine digitale Wissensbasis aufzubauen, auf die künftige Betriebsleiter zurückgreifen können.
Ein weiterer Anwendungsfall besteht in der Analyse von Zeiträumen vor Leistungseinbrüchen. So könnten etwa die drei Tage vor einem Rückgang der Legeleistung hinsichtlich Temperaturführung, Futteraufnahme und Wasserverbrauch ausgewertet werden, um betriebliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Ergebnisse prüfen und fachlich einordnen
Mulnix betonte zugleich, dass KI-Auswertungen nicht ungeprüft übernommen werden sollten. Anwender sollten Nachweise und Berechnungsgrundlagen anfordern und Ergebnisse mit eigenen Fachkenntnissen abgleichen. Die Systeme verarbeiten große Datenmengen effizient, ersetzen jedoch nicht die fachliche Bewertung durch den Betriebsleiter.
Für deutsche Legehennenhalter kann der Ansatz vor allem dort relevant sein, wo umfangreiche Dokumentationspflichten bestehen und betriebliche Kennzahlen bereits digital vorliegen. Ohne geeignete Auswertungsinstrumente bleiben viele dieser Daten ungenutzt. KI-gestützte Analysen könnten dazu beitragen, vorhandene Informationen systematisch für Managemententscheidungen aufzubereiten.








