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Aviäre Influenza | Frankreich

Frankreich verschärft Auflagen zur Eindämmung der Geflügelpest

Auch für Frankreich ist die Risikoeinstufung für eine Verbreitung der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) heraufgesetzt worden. Dort dürfen Geflügel nicht mehr im Freien gehalten werden darf.
Veröffentlicht am
Frankreich verschärft die Biosicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung der Geflügelpest.
Frankreich verschärft die Biosicherheitsmaßnahmen zur Eindämmung der Geflügelpest.Susanne Gnauk
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Frankreich verschärft Auflagen zur Eindämmung der Geflügelpest

Auch in Frankreich hat das Landwirtschaftsministerium angesichts der anhaltenden Ausbreitung der Seuche nun die Risikoeinschätzung von „mäßig“ zu „hoch“ angepasst. Damit gelten verschärfte Auflagen für die Geflügelhaltung. Dazu gehören ein landesweites Aufstallgebot, ein Verbot von Messen sowie Vorgaben für den Transport von Entenvögeln. Auch jagdliche Aktivitäten wurden eingeschränkt. So dürfen Lockvögel nur noch von Haltern mit einem Bestand von maximal 14 Tieren transportiert und eingesetzt werden. Untersagt sind außerdem Wettbewerbe mit Brieftauben. Es gilt darüber hinaus eine Impfpflicht für Vögel in Zoos, die nicht vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden können.

Frankreich will Impfstrategie für Geflügel vorlegen

Frankreichs Landwirtschaftsminister Marc Fesneau kündigte vergangene Woche an, im kommenden März eine Impfstrategie für Nutzgeflügel vorzulegen. Die in Frankreich durchgeführten Versuche mit Enten verliefen überwiegend vielversprechend, erklärte der Minister bei einer Anhörung im Wirtschaftsausschuss der Nationalversammlung. Insbesondere müsse jedoch geklärt werden, welche Arten vorrangig geimpft werden sollten, wobei auch der Export berücksichtigt werden müsse. Laut Fesneau soll die Problematik der Ausfuhren in Drittländer auf europäischer Ebene angegangen werden. Medienberichten zufolge werden auch in anderen Mitgliedstaaten Impfungen gegen die Geflügelpest erprobt; etwa in den Niederlanden und Belgien für Hühner, in Italien für Puten und in Ungarn für Gänse.

Fast 50 Geflügelpestfälle in Frankreich

In Frankreich gab es laut Presseberichten von August bis zum 8. November insgesamt 49 Ausbrüche der Geflügelpest in gewerblichen Geflügelhaltungen. Es mussten bereits rund 770 000 Enten, Hühner und anderes Geflügel gekeult werden.

Ursachenforschung hat begonnen

Die Biodiversitätsbehörde (OFB) legte erste Schlussfolgerungen zu den Ursachen für das bislang ungekannte Ausmaß des Seuchenzuges vor, der seit dem Frühjahr zahlreiche Opfer auch unter Wildvögeln gefordert hat. Demnach könnten die außergewöhnlich hohen Temperaturen im Sommer das Immunsystem der Tiere geschwächt haben. Ebenfalls befördert worden sein soll die Ausbreitung der Seuche bei Wildvögeln durch die Lebensweise der besonders betroffenen Arten, die in Kolonien brüten. Neben den engen Kontakten zwischen den ausgewachsenen Exemplaren wurden so auch die Küken infiziert, die laut OFB sehr anfällig und ansteckend sind. Nach Angaben der Biodiversitätsbehörde wurden seit der Entdeckung der ersten Fälle im Frühjahr an der gesamten französischen Atlantikküste mehrere Tausend Nachweise bei Wildvögeln registriert; besonders betroffen waren Silbermöwen und Basstölpel. Die Fachleute gehen indes davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl um ein Vielfaches höher liegt, da die meisten infizierten Vögel auf offener See verendet seien.