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Fütterung und Leistung bei Mastputen

Pelletqualität wirkt direkt auf Zunahmen bei Puten

Schon der Feinanteil im Futter entscheidet über mehrere hundert Gramm Mehrgewicht. Eine aktuelle Einordnung zeigt, warum nicht die Futterform allein zählt.

von DGS Redaktion Quelle Iowa State University erschienen am 16.04.2026
Die physikalische Struktur des Futters beeinflusst Aufnahme und Verwertung direkt. Bruch und Entmischung wirken sich unmittelbar auf die Mastleistung aus. © 2020 Anton Dios/Shutterstock
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Die Qualität des Futters entscheidet messbar über die Mastleistung. Das gilt nicht nur für die Zusammensetzung, sondern bereits für die physikalische Struktur. Vor allem bei Pelletfutter wirken sich Bruchanteile und Staub unmittelbar auf die Entwicklung der Tiere aus.

Auf der PEAK Conference 2025 hat Dawn Koltes von der Iowa State University den Einfluss von Futterform und -qualität auf die Leistung von Mastputen eingeordnet. Ihr Fazit ist eindeutig. Entscheidend ist nicht nur, ob ein Betrieb Mehl- oder Pelletfutter einsetzt, sondern wie gleichmäßig und stabil das Futter bis in die Futterlinie bleibt.„Vom Mischwerk bis zur Futterpfanne beeinflusst jeder Schritt die Tiere“, sagte Koltes. Bei Pelletfutter können zu viele Feinanteile die Qualität mindern. Bei Mehlfutter führen zu große oder zu kleine Partikel zu Problemen in der Aufnahme. Beides schlägt direkt auf die Futterverwertung durch.

Feinanteile kosten Leistung

Wie stark sich die Pelletqualität auswirkt, zeigt eine britische Studie aus dem Jahr 2019. Puten, die über 20 Wochen ein vollständig pelletiertes Futter erhielten, legten pro Tier rund 0,7 kg mehr Gewicht zu als Tiere mit einem Anteil von 25 Prozent Feinmehl im Futter. Bei 50 % Feinanteil lag der Unterschied sogar bei rund 1,1 kg.

Es zählt nicht allein die Futterform, sondern wie stabil die Pellets bleiben und wie hoch der Anteil an Bruch und Staub ist.

Verarbeitung bestimmt Verdaulichkeit

Die Aufbereitung des Futters erfüllt vor allem eine Aufgabe. Sie verbessert die Verdaulichkeit. Beim Verarbeiten von Mais, Soja oder Weizen werden die Strukturen aufgebrochen. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche für Enzyme wie Amylasen oder Proteasen im Verdauungstrakt.

Erst danach werden Fette, Vitamine und Mineralstoffe ergänzt. Ohne diesen Schritt bleibt ein Teil der Nährstoffe für das Tier schlechter verfügbar.

Mehlfutter günstiger, aber störanfällig

Mehlfutter lässt sich vergleichsweise einfach herstellen. Die Komponenten werden gewogen und gemischt. Der Verzicht auf den Pelletierprozess senkt die Kosten.

Im Stall bringt das System jedoch eigene Risiken mit sich. Große Partikel fördern eine Entmischung im Futtertrog. Feinanteile und Vormischungen setzen sich ab und werden von den Tieren schlechter aufgenommen. Gleichzeitig kann es im Silo zur sogenannten Brückenbildung kommen. Das Futter rutscht dann nicht mehr gleichmäßig nach, wodurch die Versorgung im Stall schwankt.

Pellets mit Vorteilen im System

Bei der Pelletierung wird das Mehlfutter konditioniert, mit Wärme und Feuchtigkeit behandelt und anschließend unter Druck zu Pellets gepresst. Nach dem Abkühlen entsteht ein stabiles, gleichmäßiges Produkt.

Im Stall zeigt sich der Vorteil vor allem im Handling. Pellets fließen besser durch die Technik, erzeugen weniger Staub und verhindern weitgehend eine Entmischung. Gleichzeitig steigen die Herstellungskosten, und die Prozessführung erfordert Erfahrung.

Bessere Futterverwertung und geringere Aufnahme

Unabhängig vom Alter der Studienlage zeigen sich laut Koltes bis heute ähnliche Effekte. Puten mit Pelletfutter erreichen höhere Tageszunahmen bei gleichzeitig geringerer Futteraufnahme. Die Tiere decken ihren Energiebedarf schneller und verlassen früher die Futterlinie.

Das Ergebnis ist eine verbesserte Futterverwertung über den gesamten Mastdurchgang.

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