
VFT prüft Legehennenfutter in zwei Regionen
Der Verein Futtermitteltest e.V. hat 2025 Legehennenfutter in Nordrhein-Westfalen sowie in Sachsen und Thüringen untersucht. Die meisten Produkte hielten ihre Deklaration ein. Auffällig wurden vor allem Abweichungen bei Energie und Calcium. Genau diese beiden Parameter sind für Leistung und Eischalenqualität entscheidend.
von DGS Redaktion Quelle Verein Futtermitteltest e.V. erschienen am 03.03.2026In Nordrhein-Westfalen prüfte der VFT von Juni bis Oktober sieben Alleinfutter und drei Ergänzungsfutter. Die Alleinfutter waren mit 11,0 bis 11,6 MJ ME/kg und 16,5 bis 17,5 % Rohprotein deklariert. Calcium lag laut Hersteller zwischen 3,45 und 3,8 %.
Bei zwei Alleinfuttern wich die Analyse deutlich ab.
Ein Produkt erreichte statt deklarierter 11,3 MJ ME/kg nur 10,8 MJ/kg. Das klingt nach einer kleinen Differenz, kann aber in der Praxis spürbar sein. Legehennen können ein Energiedefizit nur begrenzt über höhere Futteraufnahme ausgleichen. Bleibt die Energie zu niedrig, drohen Leistungseinbußen oder höhere Futterkosten je Ei.
Ein weiteres Futter lag beim Calcium klar unter der Deklaration. Statt 3,80 % analysierte das Labor 2,49 %. Das ist für ein Legehennen-Alleinfutter kritisch, weil Calcium direkt die Schalenstabilität und die Knochengesundheit beeinflusst. Beide Produkte wurden mit Note 3 bewertet.
Die übrigen fünf Alleinfutter erfüllten die Anforderungen und erhielten die Note 1
Ergänzungsfutter: Energie zu knapp kalkuliert
Auch bei den drei Ergänzungsfuttern traten Abweichungen auf. Zwei Legemehle lagen energetisch unter der Deklaration. Statt 9,7 beziehungsweise 9,8 MJ ME/kg wurden 9,1 und 9,2 MJ gemessen.
Bei einem dieser Produkte kam hinzu, dass der Calciumgehalt für ein Legemehl vergleichsweise niedrig war. In der vorgesehenen Mischung kann das rechnerisch zu einer zu geringen Calciumversorgung führen. Beide Ergänzungsfutter erhielten daher die Note 3.
Ein Körnermix unterschritt den deklarierten Rohproteingehalt mit 8,0 statt 9,2 %. Entscheidend für die Bewertung war jedoch die Aminosäurenversorgung in der fertigen Mischung. Diese stufte der VFT als ausreichend ein, daher blieb es bei Note 1.
Sachsen und Thüringen: Ein deutlich erhöhter Calciumwert
In Sachsen und Thüringen prüfte der VFT im dritten Quartal 2025 sechs Alleinfutter. Die deklarierten Energiegehalte bewegten sich zwischen 11,0 und 11,6 MJ ME/kg, Calcium zwischen 3,40 und 3,80 %.
Fünf Futter hielten ihre Angaben im Rahmen der Toleranzen ein und wurden mit Note 1 bewertet.
Ein Produkt fiel jedoch deutlich auf. Zum einen fehlte die Energieangabe in der Deklaration. Zum anderen analysierte das Labor 6,31 % Calcium statt angegebener 3,53 %. Ein so hoher Wert kann die Futteraufnahme beeinträchtigen. Dieses Futter erhielt die Note 3.
Bei einem weiteren Produkt lag der analysierte Energiegehalt über der Deklaration. Der VFT bewertet eine unnötige energetische Überversorgung als fachlich nicht sinnvoll, sah hier aber keinen Anlass für eine Abwertung.
Was bedeutet das für Betriebe?
Die große Mehrheit der geprüften Futter entsprach den Vorgaben. Dennoch zeigen die Tests, dass einzelne Abweichungen auftreten. Für Betriebe lohnt sich der Blick auf die Nährstoffangaben, insbesondere auf Energie und Calcium. Wenn die Energie nicht passt, verändert sich die Futteraufnahme. Wenn der Calciumgehalt abweicht, leidet die Schalenqualität oder die Tiergesundheit. Beides wirkt sich unmittelbar auf Wirtschaftlichkeit und Vermarktungsfähigkeit aus. Der VFT betont, dass sich die Ergebnisse ausschließlich auf die jeweils untersuchten Chargen beziehen und keine Rückschlüsse auf das gesamte Sortiment eines Herstellers zulassen










