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Fleischgipfel und Chinareise

ZDG sieht positive Signale für die Geflügelwirtschaft

Beim Fleischgipfel im BMLEH und im Zuge der Chinareise von Bundeskanzler Friedrich Merz sieht der ZDG wichtige Signale für die Branche. Gefordert werden nun verlässliche Rahmenbedingungen sowie Fortschritte bei Investitionen und Regionalisierung.

von DGS Redaktion Quelle ZDG erschienen am 26.02.2026
Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, äußerte sich beim Fleischgipfel zu Investitionsbedingungen, Exportfragen und Regionalisierung. © ZDG
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Anlässlich des Fleischgipfels im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat am 25. Februar 2026 hat der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft die Arbeit der Bundesregierung für den Geflügelsektor ausdrücklich gewürdigt. „Die Bundesregierung hat in den vergangenen Monaten wichtige und richtige Signale für die deutsche Geflügelwirtschaft gesetzt“, erklärte ZDG-Geschäftsführer Wolfgang Schleicher. Das schaffe Vertrauen und gebe den Betrieben dringend benötigte Planungssicherheit.

Positiv bewertet der Verband die Anhebung der Obergrenze der Entschädigungssätze im Seuchenfall, die Exportstrategie von Bundesagrarminister Rainer sowie die Unterstützung bei Exportfragen. Auch die klare Haltung zur Vorratsbeköderung, zu den EU-Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch und der gemeinsam eingerichtete Runde Tisch zur Aviären Influenza gelten als konstruktive Signale.

Investitionen ermöglichen und Verfahren beschleunigen

Gleichzeitig sieht der ZDG Handlungsbedarf im Bau- und Immissionsschutzrecht. In der Hähnchenhaltung könnten rund eine Milliarde Euro in Tierhaltung, Klimaschutz und Biosicherheit investiert werden. Diese Mittel dürften nicht an langwierigen Genehmigungsverfahren scheitern, so Schleicher. Gefordert seien praktikable Lösungen.

Deutlich lehnt der Verband den aktuellen Entwurf zur Novelle der EU-Transportverordnung ab. Der Vorschlag sei in der vorliegenden Form nicht umsetzbar und führe zu zusätzlicher Bürokratie, steigenden Kosten und Problemen beim Tierschutz während des Transports. Statt einer Novelle fordert der ZDG eine EU-weite Evaluierung und einheitliche Anwendung der bestehenden Regeln.

Zentrale Bedeutung misst der Verband zudem der Herkunftskennzeichnung im Außer-Haus-Verzehr bei. Ohne Transparenz in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung gerieten heimische Erzeuger ins Hintertreffen. Eine verbindliche Kennzeichnung stärke die inländische Produktion.

Durchbruch bei China und Perspektive für Regionalisierung

Rückenwind sieht der ZDG durch die Chinareise von Bundeskanzler Friedrich Merz. Im Rahmen der Reise wurde ein Handelszertifikat für gegarte Hühnerfüße unterzeichnet. Zudem wurde die Verständigung auf weiterführende Beratungen zu einem Regionalisierungsabkommen im Zusammenhang mit der Hochpathogenen Aviären Influenza erzielt.

ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick bezeichnete die Vereinbarungen als bedeutenden Meilenstein für die deutsche Geflügelwirtschaft. Mit dem Handelszertifikat werde deutschen Unternehmen der Zugang zu einem Markt eröffnet, in dem diese Produkte als Delikatesse gelten. Das könne zu einer umfassenderen Verwertung und höherer Wertschöpfung beitragen.

Die Verständigung über Regionalisierungsgespräche sei ein Durchbruch. Eine solche Vereinbarung würde ermöglichen, Handelsbeschränkungen künftig auf tatsächlich betroffene Regionen zu begrenzen, anstatt bundesweite Exportstopps auszulösen.

Abschließend bekräftigte der Verband seine Investitionsbereitschaft. Die Branche stehe zu Tierhaltung, Biosicherheit, Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Benötigt würden verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen sowie faire Wettbewerbsbedingungen ohne staatlich festgelegte Preisaufschläge.