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Politik

Tierseuchen als Biowaffe? Spanien warnt davor

Spanien will sich besser gegen eine Nutzung von Tierseuchen wie ASP und Geflügelpest als Biowaffe wappnen. Dazu hat die Regierung das Thema in ihre Nationale Strategie gegen Massenvernichtungswaffen aufgenommen, die jetzt erstmals erarbeitet wurde.

von Agra Europe erschienen am 20.02.2026
Zu den Seuchen mit erheblichem Gefährdungspotenzial im Bereich des „Agroterrorismo“ zählt man in Madrid auch die Geflügelpest. © QINQIE99/Shutterstock.com
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Spanien will sich besser gegen eine vorsätzliche Nutzung von Tierseuchen als Biowaffe wappnen. Dazu hat die Regierung in Madrid das Thema in ihre Nationale Strategie gegen Massenvernichtungswaffen aufgenommen, die jetzt erstmals erarbeitet wurde. Im Kapitel „Agroterrorismo“ wird vor biologischen, aber auch chemischen, radiologischen und nuklearen Angriffen auf Tiere, Pflanzen und Ökosysteme gewarnt.

Nach Einschätzung der Staatsregierung können die Folgen solcher Angriffe „gravierend“ sein, nicht nur für die Landwirtschaft und die Umwelt. Zu befürchten seien auch Schäden an der menschlichen Gesundheit, weil diese eng mit der Tiergesundheit und intakten Ökosystemen verbunden sei. Daneben könne der soziale Zusammenhalt leiden.

Geflügelpest – Einstufung als Seuche mit Gefährdungspotenzial

Als besonders gefährlich stuft die Regierung einen biologischen Angriff ein, weil bei diesem mehr Zeit bis zur Identifizierung des Erregers vergehe und dieser schwierig zu isolieren sei. Zudem erleichtere die Mobilität von Menschen, Tieren und Gütern eine unkontrollierte Ausbreitung. Das Potenzial von Krankheitserregern habe die Corona-Pandemie anschaulich vor Augen geführt. Zu den Seuchen mit erheblichem Gefährdungspotenzial im Bereich des „Agroterrorismo“ zählt man in Madrid die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Geflügelpest, weil die jeweiligen Viren für wichtige spanische Nutztierbestände hochpathogen sind.

In Spanien sollen die Behörden und die Landwirtschaft jetzt für das Problem sensibilisiert werden. Daneben plant Madrid die Entwicklung und den Ausbau von Risikomanagementmaßnahmen unter anderem in der Landwirtschaft, um die kriminelle Nutzung gefährlicher Materialien zu unterbinden. Zu den weiteren in der Strategie vorgesehenen Maßnahmen, die auch bei einem bereits erfolgten Angriff mit Massenvernichtungswaffen verschiedenster Art wirken sollen, zählen der Ausbau des Labornetzwerkes, die Verschärfung der Gesetzgebung etwa zur Verhinderung von Schmuggel und die Einrichtung einer Nationalen Kommission für Biosicherheit. Schließlich will sich Spanien aktiv an internationalen Foren und Instrumenten zur Nichtverbreitung beteiligen.