
Antimikrobielle Peptide senken Salmonellenlast bei Hühnern
Eine US-Studie zeigt, dass antimikrobielle Peptide Salmonellen bei Hühnern wirksam reduzieren können. Für den deutschen Geflügelmarkt könnte der Ansatz vor allem im Kontext von Antibiotikareduktion und Lebensmittelsicherheit relevant werden.
von DGS Redaktion Quelle American Society for Microbiology, Microbiology Spectrum, University of Illinois Urbana-Champaign erschienen am 30.01.2026Antimikrobielle Peptide könnten künftig eine Rolle bei der Kontrolle von Salmonellen in der Geflügelhaltung spielen. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Microbiology Spectrum veröffentlicht wurde. Die Forscher zeigen, dass bestimmte Peptide in der Lage sind, verschiedene Salmonella-Typen abzutöten und die Keimlast bei Hühnern deutlich zu senken.
Salmonellen zählen weltweit zu den wichtigsten Erregern lebensmittelbedingter Erkrankungen. Auch in Deutschland stehen Geflügelfleisch und Eier regelmäßig im Fokus der amtlichen Überwachung. Vor dem Hintergrund nationaler und europäischer Strategien zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung wächst das Interesse an alternativen Kontrollmaßnahmen.
Die untersuchten antimikrobiellen Peptide bestehen aus kurzen Aminosäureketten. In Laborversuchen wirkten sie gegen unterschiedliche Salmonella-Stämme. In weiteren Versuchen zeigte sich, dass sie auch im Tier wirksam sind und die Salmonellenbelastung im Bestand reduzieren. Die antibakterielle Wirkung beruht nach Angaben der Autoren vermutlich auf einer Schädigung der bakteriellen Zellmembranen.
Für die Geflügelwirtschaft ist zudem relevant, dass die Peptide ihre Wirksamkeit auch nach Hitzeeinwirkung und Proteasebehandlung beibehalten. Diese Eigenschaften gelten als Voraussetzung für einen möglichen Einsatz über Futter oder Tränkwasser. Nach Einschätzung der Forscher könnten die Peptide nicht nur gegen Salmonellen, sondern auch gegen andere bakterielle Erreger wie E. coli wirksam sein.
Für den deutschen Geflügelmarkt ist der Ansatz vor allem im Zusammenhang mit den bestehenden Reduktionsprogrammen für Antibiotika von Interesse. Der Einsatz nicht-antibiotischer Wirkstoffe könnte dazu beitragen, den Selektionsdruck auf resistente Keime weiter zu senken und gleichzeitig die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit zu erfüllen. Eine praktische Anwendung ist jedoch noch nicht absehbar.
Die Autoren der Studie betonen, dass weitere Untersuchungen notwendig sind. Geplant sind groß angelegte Versuche unter Praxisbedingungen sowie Arbeiten zur optimalen Applikation der Peptide und zum genauen Wirkmechanismus. Erst danach lässt sich bewerten, ob antimikrobielle Peptide als Ergänzung bestehender Hygienemaßnahmen in der Geflügelhaltung infrage kommen.








