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Borchert-Kommission

Ergebnisse nach wie vor aktuell

Die Ergebnisse der Borchert-Kommission sind unverändert eine gute Grundlage für die politische Gestaltung, wie die Direktoren der Berliner Denkfabrik Agora Agrar, Prof. Harald Grethe und Dr. Christine Chemnitz, im Interview mit AGRA Europe betonen.

von AgE Quelle AgE erschienen am 21.01.2026
Die Ergebnisse der Borchert-Kommission sind nach Einschätzung der Direktoren der Berliner Denkfabrik Agora Agrar weiterhin eine gute Grundlage für die Gestaltung der zukünftigen Agrarpolitik. © TK Kurikawa/Shutterstock
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Die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) und der Borchert-Kommission sind weiterhin eine gute Grundlage, um die Agrarpolitik der Zukunft zu gestalten. Das erklärten die Direktoren von Agora Agrar, Prof. Harald Grethe und Dr. Christine Chemnitz im Interview mit AGRA Europe. Die Probleme, die in beiden Stakeholder-Gremien adressiert wurden, seien nicht weg, sondern im Gegenteil: Der Handlungsbedarf sei unter den heutigen Rahmenbedingungen noch eher gestiegen. Das gelte insbesondere für die Tierhaltung und für Betriebe, die Moorböden bewirtschafteten.

Planungssicherheit für Investition in Tierwohl nötig

„Die Ergebnisse der Kommissionen sind weiterhin eine gute Grundlage für politische Gestaltung“, sagte Grethe, der in seiner Rolle als Wissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin Mitglied der Borchert-Kommission war. Nötig sei Planungssicherheit, damit die Betriebe die nötigen Investitionen, die sich oft erst nach vielen Jahren amortisieren, in Tierwohl, Klima- und Umweltschutz tätigen, betonte Chemnitz. Kritisch sieht sie vor diesem Hintergrund das vorzeitige Aus des Bundesprogramms für den Umbau der Tierhaltung (BUT), für dessen Ersatz „sich bisher keine konkreten Alternativen abzeichnen“.

Zurückhaltend zeigte sich Grethe bezüglich einer möglichen Wiederbelebung der ZKL. Dafür bräuchte es zunächst erst „klare, parteiübergreifende Signale“, mögliche Empfehlungen auch politisch Umsetzen zu wollen.

Berliner Denkfabrik empfiehlt nachhaltigen Konsum

Empfehlungen für eine Politik, die sowohl die Wettbewerbsfähigkeit und die Nachhaltigkeit des Agrarsektors sowie die strategische Autonomie Europas stärken, machten die Direktoren der Berliner Denkfabrik anhand der Erkenntnisse ihrer jüngsten Studie. „Wichtig ist ein nachhaltigerer Konsum – sowohl in der Ernährung als auch in der Bioökonomie“, sagte Chemnitz. Konkret bedeute das, dass die Ernährung künftig stärker pflanzenbasiert sein sollte und Biomasse eher stofflich, als wie bislang vor allem energetisch genutzt werden müsse.

Politische Gestaltung notwendig

Dass ein damit einhergehende in Teilen drastischer Rückgang der Tierhaltung eine große wirtschaftliche Herausforderung für den Sektor wäre, räumen Grethe und Chemnitz im Interview ein. „Auch deshalb braucht es politische Gestaltung: Eine gezielte Förderung von Tierwohl und Klimaeffizienz kann die Wertschöpfung pro Tier erhöhen“, erläuterte Grethe. Auch aus einer guten Klimapolitik könnten sich Chancen ergeben: Etwa, indem mehr Biomasse für die Bioökonomie nachgefragt oder die Kohlenstoffbindung in Agrargehölzen entlohnt werde.