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Newcastle-Krankheit

Schüller: Newcastle-Impfstoff weiter wirksam

Laut der Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT), Dr. Sabine Schüller, ergeben sich aus Sicht der Branche keine Anhaltspunkte für grundlegende Impflücken in der landwirtschaftlichen Geflügelhaltung bezüglich Newcastle Disease.

von Redaktion DGS, AgE Quelle Agra Europe erschienen am 04.05.2026
Die erste Newcastle-Impfung wird oft sehr früh als Lebendimpfung gegeben, oft schon direkt nach dem Schlupf in der Brüterei. © 2016 franz12/Shutterstock
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Laut der Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit (BfT), Dr. Sabine Schüller, ergeben sich aus Sicht der Branche keine Anhaltspunkte für grundlegende Impflücken in der landwirtschaftlichen Geflügelhaltungbezüglich Newcastle Disease. Das sagte sie in einem Interview mit Agra Europe (AgE). Entscheidend sei vielmehr die konsequente und fachgerechte Umsetzung der bestehenden Impfprogramme.

Neben der Impfung komme der Biosicherheit eine zentrale Rolle zu, da selbst gut immunisierte Bestände bei sehr hohem Infektionsdruck, wie aktuell durch die Lage in Osteuropa, infiziert werden können. Maßnahmen zur Vermeidung von Viruseinträgen und -verschleppungen, auch direkt durch Menschen, bleiben weiterhin von großer Bedeutung. Die Kombination aus regelmäßiger Impfung und hohen Biosicherheitsstandards sei der entscheidende Ansatz zur Kontrolle des Krankheitsgeschehens.

Weiter sagte die BfT-Geschäftsführerin: „Die aktuellen Ausbrüche der Newcastle-Krankheit zeigen, dass sich das Geschehen in Beständen je nach Immunstatus der Tiere unterschiedlich entwickelt. In bereits mehrfach geimpften Beständen verlaufen Infektionen laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) deutlich milder oder bleiben klinisch unauffällig, während es in noch nicht ausreichend immunisierten Tiergruppen zu schwereren Verläufen kommen kommt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang: Es gibt keine Hinweise darauf, dass die eingesetzten Impfstoffe an Wirksamkeit verloren haben. Nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin bieten die verfügbaren Impfstoffe weiterhin einen verlässlichen Schutz vor klinischer Erkrankung – auch gegenüber dem aktuell zirkulierenden Genotyp.“

Tiergesundheit nutzt dem Klimaschutz

In dem Interview anlässlich des 40jährigen Bestehems des Bundesverbandes für Tiergesundheit zig Schüller Schüller eine „sehr positive Bilanz“ zu inzwischen 40 Jahren BfT. Tierarzneimittel würden trotz des Umbaus der Tierhaltung auch in Zukunft gebraucht. Tiergesundheit nutze zudem dem Klimaschutz. Herausfordernd bleibe die Ausbreitung von Seuchen. Entscheidend für die Klimabilanz der Nutztierhaltung sei ein ganzheitlicher Ansatz. Eine Studie, die der BfT gemeinsam mit der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover durchgeführt hat, zeige deutlich, dass eine stabile Tiergesundheit ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit ist. Durch konsequente Prävention, insbesondere durch Impfungen und ein gutes Gesundheitsmanagement, ließen sich Emissionen signifikant reduzieren, etwa durch geringeren Futtereinsatz, niedrigere Verlustraten und bessere Leistungsparameter.

24 Tierarzneimittel- und Futterzusatzstoffhersteller

Heute vertritt der Verband 24 Unternehmen, die Tierarzneimittel und Futterzusatzstoffe herstellen und vertreiben. Im Jahr 2025 lag der Gesamtumsatz der Tiergesundheitsbranche laut Schüller wieder über 1 Mrd. Euro. Das Verhältnis von Kleintier- zu Nutztiersegment betrug dabei 60,6 % zu 39,4 % und blieb damit im Vergleich zum Vorjahr stabil. Konkret wuchs der Tierarzneimittelmarkt in Deutschland 2025 um etwa 4,7 % auf 1,098 Mrd. Euro. Besonders hervorzuheben sei der Teilmarkt der Impfstoffe, der mit 264,8 Mio. Euro ein Plus von 11,3 % verzeichnete. Dieses Marktwachstum wurde aus Sicht des BfT maßgeblich durch die positiven Entwicklungen in der Prävention, besonders im Nutztiersegment, getragen.