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Putenurteil

Staudte: Bund gefordert

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte fordert verbindliche Haltungsvorgaben auf Bundesebene. Kurzfristig bedürfe es rechtssicherer Leitlinien für die Veterinärämter, um eine einheitliche Anwendung des Tierschutzrechts zu gewährleisten.

von AgE erschienen am 27.04.2026
Nach dem Urteil zur Putenhaltung fordert Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte verbindliche Haltungsvorgaben auf Bundesebene. © Phanphen Kaewwannarat/Shutterstock
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Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte sieht nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Putenhaltung den Bund gefordert. „Seit vielen Jahren warten wir in Deutschland auf verbindliche Haltungsvorgaben durch den Bund“, erklärte die Grünen-Politikerin am Freitag (24. April 2026) in Hannover. Sie erinnerte daran, dass der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir einen Vorschlag für verbindliche Regelungen zur Putenhaltung vorgelegt, sich jedoch nicht gegen den damaligen Koalitionspartner FDP habe durchsetzen können. „Das eindeutige höchstinstanzliche Urteil und seine möglichen Folgen sind jetzt die Quittung, und es droht eine Klagewelle“, so Staudte.

Einheitliche Mindestanforderungen

Die Bundesländer benötigen der Ministerin zufolge umgehend einheitliche verbindliche Mindestanforderungen für die Putenhaltung in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die sich an aktuellen wissenschaftlichen Kriterien für Besatzdichten, Stallklima und Beschäftigungsmöglichkeiten orientieren. Dringend geboten seien zudem klare und rechtssichere Leitlinien für die Veterinärämter, um eine einheitliche Anwendung des Tierschutzrechts zu gewährleisten und um gleiche tierschutzrechtliche Mindeststandards und Wettbewerbsbedingungen in Deutschland zu schaffen.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, bezeichnete das Bundesverwaltungsgerichtsurteil als „eine schallende Ohrfeige für Politik und Branche zugleich“. Aus seiner Sicht sind die freiwilligen Eckwerte zur Putenhaltung „nichts anderes als ein Feigenblatt für systematisches Tierleid“. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer dürfe sich nicht länger wegducken. Dieses Urteil verpflichte zum sofortigen und konsequenten Handeln. Für Schröder ist es ein Skandal, dass es bis heute keine verbindlichen Vorgaben zur Haltung von Puten in Deutschland gibt.

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