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Verhaltensforschung bei Putenküken

Mehr als fressen und schlafen

Schon in der ersten Lebenswoche zeigen Putenküken ein breites Verhaltensspektrum. Die Ergebnisse einer US-Studie liefern Hinweise, wie Haltung und Management besser angepasst werden können.

von DGS Redaktion Quelle ModernPoultry, Auburn University erschienen am 14.04.2026
Putenküken zeigen bereits in den ersten Lebenstagen ein breites Verhaltensspektrum. Aktivität, Erkundung und soziale Interaktionen nehmen dabei früh zu und prägen die weitere Entwicklung. © 2025 Tsekhmister/Shutterstock
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Putenküken entwickeln bereits in den ersten Lebenstagen deutlich mehr Verhaltensweisen als bislang oft angenommen. Darauf weist eine Studie von Alexandra Jackson von der Auburn University hin, die auf der Poultry Science Association Annual Meeting 2025 vorgestellt wurde.

Neben Fressen und Ruhen zeigen die Tiere früh soziale Interaktionen, erkunden ihre Umgebung und entwickeln Spielverhalten. Diese Phase sei entscheidend, um Verhaltensmuster zu erlernen und zu festigen, so Jackson.

Breites Verhaltensspektrum von Anfang an

Im Versuch wurden männliche Putenküken der Linie Nicholas Select vom Schlupf bis zum siebten Lebenstag beobachtet. Die Haltung entsprach kommerziellen Bedingungen. Kameras zeichneten das Verhalten rund um die Uhr auf.

Die Forscher unterschieden fünf Verhaltensbereiche: Aktivität, Ruhe, Komfortverhalten, Nahrungsaufnahme und Spiel. Anschließend werteten sie aus, wie häufig und wie lange die Tiere diese Verhaltensweisen zeigten und wie sie sich im Tagesverlauf verändern. Dabei zeigte sich, dass sich das Verhaltensspektrum bereits in den ersten Tagen deutlich erweitert. Ruhephasen nehmen mit zunehmendem Alter ab, während Bewegungs- und Erkundungsverhalten zunehmen. Auch soziale Spielaktivitäten treten häufiger auf.

Klare Tagesstruktur erkennbar

Die Auswertung nach Tageszeit zeigt ein klares Muster. In Dunkelphasen ruhen die Tiere überwiegend. Am Morgen und zur Mittagszeit stehen Fressen und Trinken im Vordergrund. Erkundungs- und Spielverhalten treten vor allem im Tagesverlauf auf. Am Nachmittag und Abend nehmen soziale Interaktionen zu. Komfortverhalten wie Strecken oder Flügelschlagen wird häufiger vor der Dunkelphase beobachtet. Auffällig ist zudem das Verhalten am ersten Lebenstag. Hier zeigen die Küken besonders viele aktive und erkundende Bewegungen. Die Forscher werten dies als Phase der Orientierung in der neuen Umgebung.

Bedeutung für die Praxis

Die Ergebnisse unterstreichen, dass Verhalten ein zentraler Indikator für den Zustand der Tiere ist. Aus Sicht der Forscher lassen sich daraus Rückschlüsse auf Gesundheit und Wohlbefinden ziehen.

Für das Management bedeutet das, dass Haltungsbedingungen stärker an die natürlichen Verhaltensabläufe angepasst werden sollten. Dazu gehört, dass Tiere ausreichend Möglichkeiten zur Bewegung, Erkundung und sozialen Interaktion erhalten. Gleichzeitig bleibt Ruhe ein wesentlicher Bestandteil. Auch wenn ihr Anteil mit dem Alter abnimmt, verbringen die Tiere einen großen Teil ihrer Zeit in Ruhephasen.

Für die Praxis ergibt sich daraus ein klarer Ansatz: Wer die frühen Verhaltensmuster berücksichtigt, kann Haltungssysteme gezielter ausrichten und die Entwicklung der Tiere besser unterstützen.

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