
Frühfütterung verändert Kokzidien-Zyklen
Eine US-Studie zeigt Unterschiede in der Oozystenausscheidung nach der Impfung. Dies könnte bedeutsam sein für Impfstrategien.
von DGS Redaktion Quelle American Association of Avian Pathologists Tagung 2025 erschienen am 18.02.2026Nach Angaben von Katherine Schaefbauer, Jennie-O Turkey Store, vorgestellt auf der Jahrestagung 2025 der American Association of Avian Pathologists und vom Fachmedium ModernPoultry aufgegriffen, hat der Zugang zu Futter und Wasser in der Brüterei Einfluss auf die Dynamik der Kokzidien-Immunisierung bei Putenküken. Grundlage ist ein Versuchsansatz unter US-Produktionsbedingungen, bei dem gefütterte und nicht gefütterte Küken nach Verabreichung eines Kokzidiose-Impfstoffs verglichen wurden.
Kokzidiose ist eine parasitäre Darmerkrankung, ausgelöst durch einzellige Protozoen der Gattung Eimeria. Die Erreger vermehren sich im Darmepithel und bilden Oozysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden. Nach erneuter Aufnahme durch die Tiere kommt es zu weiteren Entwicklungszyklen. Klinisch äußert sich die Erkrankung durch verminderte Gewichtszunahmen, Mattigkeit und teils schwere Durchfälle. Neben Hygienemaßnahmen und dem Einsatz von Kokzidiostatika wird in vielen Produktionssystemen eine Impfung in der Brüterei eingesetzt, um eine belastbare, lebenslange Immunität aufzubauen. Hierfür sind mehrere Zyklen der Oozystenpassage durch den Darm erforderlich.
Versuchsaufbau
Im Versuch wurden zwei Gruppen zu jeweils 60 Putenküken aus demselben Elterntierbestand gebildet. Eine Gruppe erhielt am Tag der Einstallung in der Brüterei Futter ohne Kokzidiostatika sowie Wasser, die zweite Gruppe hatte keinen Zugang zu Futter und Wasser. Alle Tiere wurden mittels Kropfsonde mit einer halben Dosis eines Kokzidiose-Impfstoffs behandelt, um eine einheitliche Aufnahme sicherzustellen. Die Tiere wurden zwölf Tage gehalten; von Tag 4 bis 11 wurden täglich individuelle Kotproben entnommen und mithilfe der McMaster-Methode auf Oozysten untersucht.
Die Ergebnisse zeigen eine zeitliche Verschiebung der Ausscheidungsdynamik. Küken mit Futter- und Wasserzugang erreichten ihre höchsten Oozystenausscheidungen zwischen Tag 5 und 7, während die Tiere ohne Futterzugang ihre Maxima an Tag 8 und 9 aufwiesen. Die Ausscheidungskurven verliefen grundsätzlich ähnlich, waren in der gefütterten Gruppe jedoch enger gefasst. Zudem lagen die gemessenen Oozystenzahlen in dieser Gruppe signifikant höher.
Fazit
Nach Einschätzung der Referentin durchlaufen gefütterte Küken die Impfzyklen damit schneller und mit höherer Intensität. Relativ betrachtet erfolge die Immunitätsentwicklung jedoch im gleichen Gesamtzeitraum. Für Produktionssysteme, in denen eine frühe Futteraufnahme in der Brüterei technisch möglich ist, ergibt sich daraus die Frage, wie sich Impfreaktion, Erregerdruck und Einstreumanagement gegenseitig beeinflussen.
Auch wenn die Untersuchung unter US-Bedingungen durchgeführt wurde und sich auf Putenküken bezieht, berührt sie zentrale Fragestellungen moderner Impfprogramme. In Beständen mit Impfstrategien gegen Kokzidiose und reduziertem Einsatz von Kokzidiostatika kann die zeitliche Steuerung der Oozystenzirkulation für Stallhygiene, Infektionsdruck und Leistungsentwicklung von Bedeutung sein. Ob und in welchem Umfang sich die beobachteten Effekte unter europäischen Haltungsbedingungen bestätigen, bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.








