
Newcastle Disease: Neue Ausbrüche im Landkreis Dahme-Spreewald
Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden zwei weitere Fälle der Newcastle-Krankheit amtlich festgestellt. Somit gibt es nun insgesamt 16 Ausbrüche. Im Landkreis Spree-Neiße kam es zudem in einem bereits betroffenen Betrieb in weiteren Stallanlagen Ausbrüche.
von MLEUV Brandenburg erschienen am 01.04.2026Im Landkreis Dahme-Spreewald waren klinische Auffälligkeiten und erhöhte Verluste in einem Masthähnchenbetrieb aufgetreten. Betroffen etwa 120.000 Tiere. Das vermeldet das Landwirtschaftsministerium (MLEUV) in Brandenburg am 31. März. Das Veterinäramt des Landkreises wurde informiert und die Bestände wurden gesperrt. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat die nachfolgend amtlich entnommenen Proben untersucht und das aviäre Paramyxovirus (APMV) nachgewiesen. Der abschließende Befund des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) bestätigte den Ausbruch der Newcastle-Krankheit. Bei einem Kleinsthalter im Landkreis Dahme-Spreewald mit etwa 30 Tieren wurde der Ausbruch der Newcastle-Krankheit ebenfalls amtlich festgestellt.
Zudem wurde die Newcastle-Krankheit bei einem bereits betroffenen Betrieb im Landkreis Spree-Neiße in weiteren Stallanlagen mit etwa 76.000 Tieren festgestellt.
Tierschutzgerechte Tötung und Einrichtung von Schutzzonen
Alle erforderlichen Maßnahmen beim Ausbruch der Newcastle-Krankheit werden mit einer Tierseuchenallgemeinverfügung durch die Landkreise angeordnet. Dazu gehören die tierschutzgerechte Tötung der Tiere und die Einrichtung einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern um den Ausbruchsbestand. Die genauen Grenzen der genannten Restriktionsgebiete werden durch die zuständigen Veterinärämter der betroffenen Landkreise festgelegt. Die betroffenen Geflügelhalter werden über die erforderlichen Maßnahmen durch die Landkreise informiert.
Die epidemiologischen Ermittlungen wurden durch das zuständige Veterinäramt mit Unterstützung des Tierseuchenbekämpfungsdienstes des Landes Brandenburg und des FLI fortgeführt. Hierzu gehören unter anderem die detaillierte Nachverfolgung von Tieren und deren Erzeugnissen aus und in den Betrieb, die Ermittlung von Personen- und Fahrzeugkontakte sowie die Überprüfung des angewandten Impfregimes.
Bestehende Biosicherheitsmaßnahmen kritisch prüfen
In Geflügelhaltungen sollten bestehende Biosicherheitsmaßnahmen kritisch überprüft und möglichst optimiert werden. Ziel ist es, das Risiko eines Eintrags oder einer Weiterverbreitung des Virus zu minimieren. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei der Kontrolle von Personenkontakten sowie dem Austausch von Gegenständen zwischen verschiedenen Geflügelhaltungen gelten.
Wichtig bleibt eine gesteigerte Aufmerksamkeit: So sollte auch in ND-geimpften Herden bei Auftreten von unklaren Todesfällen oder Leistungseinbrüchen eine Laboruntersuchung auf ND eingeleitet werden, um einen Ausbruch so früh wie möglich zu erkennen und eindämmen zu können.
Das Monitoring zur Feststellung der ND wird durch die zuständigen Veterinärbehörden intensiviert. Sowohl klinisch krankes oder verendetes Geflügel als auch Wildvögel werden verstärkt untersucht.
Virenverbreitung und Symptome
Seit dem letzten Ausbruchsgeschehen der Newcastle Disease beim Hausgeflügel, welches 1996 in Brandenburg auftrat, wurden in diesem Jahr nun 16 Ausbrüche im Land Brandenburg festgestellt.
Das Virus der Newcastle-Krankheit (aviäres Paramyxovirus) ist weltweit verbreitet. Fast alle Vogelarten können infiziert werden. In Deutschland wird das Virus vor allem bei wild lebenden Tauben nachgewiesen. Die Schwere der hervorgerufenen Erkrankung hängt von der Pathogenität des Virusstammes, der Wirtspezies sowie von der Immunkompetenz der betroffenen Tiere ab. Beim Haushuhn kann die Erkrankung – in Abhängigkeit vom Virusstamm – von sehr milden Verläufen bis zum plötzlichen Tod mit 100-prozentiger Mortalität der Herde variieren.
Neben dem Kardinalsymptom – der erhöhten Mortalität – mit zuvor aufgetretener Störung des Allgemeinbefindens können zudem folgende Krankheitszeichen auf eine NDV-Infektion hinweisen: Legeleistungsabfall, Ödeme an Kopf und Kehllappen, respiratorische Störungen, Durchfall und nervöse Störungen.
Die bislang nachgewiesenen ND-Viren gehören zu einem Genotyp, der derzeit insbesondere in osteuropäischen Ländern, unter anderem in Polen und Tschechien, zirkuliert.
Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren kann es zu Bindehautentzündungen kommen.
Informationen zur Newcastle Disease bietet das Friedrich Loeffler-Institut.










