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Tierhaltungskennzeichnungsgesetz

Verbände-Allianz legt überarbeitetes Konzept vor

Die derzeitige staatliche Haltungskennzeichnung greift nach Meinung einer Verbände-Allianz zu kurz. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) –haben ein gemeinsames integriertes Konzept zur grundlegenden Überarbeitung des Gesetzes vorgelegt.

von BVLH erschienen am 29.08.2025
Konzept der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung. © BMLEH
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Mit dem nun vorgelegten Konzept zielt die Verbände-Allianz darauf ab, das Tierwohl wieder als zentrales Anliegen des Gesetzes zu verankern. Die vorgeschlagenen Änderungen sollen für echte Verbraucherorientierung sorgen und gleichzeitig praktikable Lösungen für landwirtschaftliche Betriebe und die gesamte Lieferkette schaffen.

Privatwirtschaftliche Konzepte integrieren

„Das derzeitige Gesetz bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Damit eine staatliche Haltungskennzeichnung tatsächlich einen Mehrwert schafft und Tierwohl fördert, muss sie alle Vertriebswege, vor allem auch die Gastronomie umfassen, praktikabel und für Verbraucherinnen und Verbraucher verständlich sein“, sagt BVLH-Präsident, Björn Fromm, dazu. „Der deutsche Lebensmittelhandel geht hier bereits seit Jahren erfolgreich voran, indem er Haltungsformen konsequent kennzeichnet.“

Bewährte privatwirtschaftliche Kennzeichnungssysteme sollten sinnvoll in das Gesetz integriert werden, um Synergien zu nutzen und die Akzeptanz bei Erzeugern und Konsumenten zu stärken. Ebenso müssten weitere zentrale Vertriebswege wie die Gastronomie einbezogen werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher auch außer Haus eine verantwortungsvolle Wahl treffen können. Schließlich sei es unerlässlich, auch importierte Ware in die Kennzeichnungspflicht einzubeziehen, um gleiche Standards für alle Produkte sicherzustellen und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Nur so könnten die hohen deutschen Tierwohlstandards insgesamt sichtbar werden, betont BVLH-Präsident Björn Fromm.

Eckpunkte der Reformvorschläge

  • Verpflichtende Ausweitung der Haltungskennzeichnung auf die Außer-Haus-Verpflegung und importierte Ware.
  • Integration bewährter privatwirtschaftlicher Systeme wie der Initiative Tierwohl und der Haltungsform des Lebensmitteleinzelhandels.
  • Bundeseinheitlicher Rahmen für Registrierung und Kontrolle der Betriebe Klare, verpflichtende Begriffsdeklarationen („Stall“, „Stall+Platz“, „Frischluftstall“, „Bio“) mit optionaler Logo-Nutzung bestehender Haltungsform-Systeme.
  • Ermöglichung des vollumfänglichen Downgradings zur flexiblen Vermarktung von Produkten aus höheren Haltungsformen.

Das Integrierte Gesamtkonzept zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz der Verbände-Allianz finden Sie hier.