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BVEi-Mitgliederversammlung

Als Branche sichtbar bleiben

Die Nachfrage nach Eiern ist ungebrochen gut, aber über der Branche schwebt das zweifache Damoklesschwert Vogelgrippe und Newcastle Disease. Diese und weitere Herausforderungen wurden auf der Mitgliederversammlung des BVEi in Hamm diskutiert.

von Susanne Gnauk, DGS-Redaktion erschienen am 21.04.2026
Der neu gewählte Vorstand des Bundesverbandes Ei, v. l.: Christoph Hüsing, Eckhard Thale, Hartmut Lohse, Ingo Harsmann, Christoph Hönig, Hermann-Josef Hennes, Peter Klindworth, Robert Schmack, BVEi-Vorsitzender Hans-Peter Goldnick, Johannes Middendorf, Hans Thomas Freiherr von Meerheimb, Jeremias Ehmann. Auf dem Foto fehlt Ronald van Beek. © Susanne Gnauk
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Auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Ei am 16. April ging der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutsches Ei, Hans-Peter Goldnick, auf die schwierige Lage des Verbandes und der Eiererzeuger ein: Einerseits steige zwar die Nachfrage nach Eiern kontinuierlich und der Konsum wachse. Andererseits bleibe der Ausbau der Produktionskapazitäten in Deutschland deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. Vor diesem Hintergrund mahnte Goldnick, dass man als Branche sichtbar bleiben und die eigenen Anliegen aktiv vertreten müsse.

Er verdeutlichte, dass ein Großteil der Verbandsarbeit abseits der öffentlichen Wahrnehmung stattfinde. Bei strittigen Themen wie z. B. der TA Luft, der Seuchenbekämpfung, der Tiertransportverordnung, der Auslaufgestaltung, der Schadnagerbekämpfung oder den Bauvorschriften führe man viele Gespräche mit dem Landwirtschaftsministerium und anderen politischen Entscheidungsträgern.

Mit Blick auf das Produkt selbst zeigte er sich überzeugt: So gut wie heute stand das Ei selten da.“ Das Image habe sich deutlich gewandelt – weg von der „Cholesterinbombe“ hin zu einem sympathischen, hochwertigen Proteinträger mit überzeugender Klimabilanz. „Wir haben viele Herausforderungen gemeistert und das Ei zu einem nachhaltigen Produkt weiterentwickelt“, bekräftigte Goldnick.

Hans-Peter Goldnick erneut zum Vorsitzenden gewählt

Auf der anschließenden Vorstandswahl wurde Hans-Peter Goldnick einstimmig zum Vorsitzenden wiedergewählt. Wiedergewählt als Vorstandsmitglieder wurden die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Hans Thomas Freiherr von Meerheimb, Hermann-Josef Hennes und Eckhard Thale sowie Hartmut Lohse, Ronald van Beek, Ingo Harsman, Christoph Hönig, Peter Klindworth und Robert Schmack. Prof. Dr. Rudolf Preisinger, Burkhard Brinkschulte und Guido Andres scheiden aus dem Vorstand aus. Für die drei vakanten Vorstandssitze kandidierten Christoph Hüsing, Johannes Middendorf und Jeremias Ehmann. Jeremias Ehrmann betreibt im Familienunternehmen zusammen mit seinem Bruder in der Nähe von Stuttgart eine Legehennenhaltung mit Eiersammelpackstelle. Johannes Middendorf kommt aus der Nähe von Osnabrück und betreibt eine Junghennenaufzucht. Christoph Hüsing stellte sich als „Quereinsteiger“ vor, da er eher aus dem Viehhandel kommt und mit gezielten, vielleicht auch unkonventionellen Fragen neue Impulse setzen möchte. Alle drei neuen Kandidaten wurden ebenfalls in den Vorstand gewählt und wollen, schon aufgrund ihres jüngeren Alters, den von Vorstandsmitgliedern gewünschten frischen Wind in das Gremium bringen. Die Wahlen fanden nach neuer Satzung als Vorauswahl statt.

Diskussion zur Seuchenlage

Wege zur Bekämpfung von Newcastle Disease und Aviärer Influenza konnten die Teilnehmer im Anschluss mit Experten von der Insel Riems diskutieren: „Dreißig Jahre Freiheit von der Newcastle Krankheit: Ende einer Ära?“ – war das Thema von PD Dr. Christian Grund, Leiter des Nationalen Referenzlabors für die Newcastle Krankheit am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) der Insel Riems. Sein Kollege Prof. Dr. Timm Harder, Leiter des Nationalen Referenzlabors für Aviäre Influenza beim FLI, stellte sich dem Thema Geflügelpest: „HPAI-Ausbrüche: Stehen wir vor dem Beginn einer Impfära?“

Agieren statt reagieren: Lena Meinders, Geschäftsführerin AFC Risk & Crisis Consult GmbH, warb am Ende der Mitgliederversammlung für eine Verbandskommunikation, die als strategisches Risikomanagement zu verstehen sei.