
Alle Aspekte berücksichtigen
Bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Agri-Photovoltaik sollte mit Bedacht vorgegangen werden. Darauf hat das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung hingewiesen. Entscheidend sei, welche Annahmen man über die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels auf die landwirtschaftliche Produktion, über mögliche Geschäftsmodelle sowie über die Akzeptanz von PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zugrunde lege.
von AgE erschienen am 10.03.2026Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) warnt nachdrücklich davor, ein vorschnelles Urteil über die Wirtschaftlichkeit von Agri-Photovoltaik (Agri-PV) zu fällen. Eine Bewertung dazu sollte nicht auf den Vergleich der Stromgestehungskosten von Agri-PV und klassischer Freiflächen-PV in einem einzigen Geschäftsmodell reduziert werden, heißt es in einer Stellungsnahme des ZALF. Vielmehr sei entscheidend, welche Annahmen man über die zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels auf die landwirtschaftliche Produktion, über mögliche Geschäftsmodelle sowie über die Akzeptanz von PV-Anlagen auf landwirtschaftlichen Flächen zugrunde lege.
Laut ZALF gewinnt die Reduzierung der Verdunstung infolge der Beschattung durch PV-Module an Bedeutung. Auf besonders gefährdeten Standorten könne dieser Effekt zu einer Stabilisierung der Produktionsbedingungen beitragen. Unter Umständen könne dies sogar eine Voraussetzung für eine erfolgreiche und rentable Agrarproduktion an von den Bodenpunkten her exzellenten, jedoch wasserarmen Standorten darstellen.
Als weiteren Vorteil von Agri-PV nennen die Forscher die Windbrechung der Anlagen, wodurch das Risiko für Winderosion verringert werden könne. Zudem könne in Agri-PV-Anlagen durch veränderte Mikroklimabedingungen und eine verringerte Verdunstung von Wasser der Dürrestress der Kulturpflanzen signifikant gemindert werden, was insbesondere in trockenen Jahren zur Ertragsstabilisierung beitrage.
Aus Sicht der Forscher ist es generell erforderlich, sämtliche Synergien beziehungsweise Wechselwirkungen zwischen der landwirtschaftlichen Produktion und der Stromerzeugung in dem multifunktionalen Agri-PV-System in die Betrachtung einzubeziehen. Neben einem Beitrag zur Energiewende seien hier auch die betriebliche Resilienz gegenüber zunehmender Witterungsvariabilität, die Auswirkungen auf Biodiversität und Landschaftsbild sowie die Erschließung neuer Produktions- und Einkommensmöglichkeiten für Landwirte von Relevanz.
Hinsichtlich der gesellschaftlichen Akzeptanz von Agri-PV verweisen die Wissenschaftler auf die Ergebnisse einer eigenen qualitativen Studie unter Experten aus Landwirtschaft, Politik und Planung. Hier gebe es eine deutlich höhere Zustimmung zu multifunktionalen Agri-PV-Systemen im Vergleich zu rein monofunktionalen Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen.










