
Geflügelpest: Weitere HPAI-Ausbrüche bestätigt
In mehreren Bundesländern sind neue Ausbrüche der hochpathogenen Aviären Influenza gemeldet worden. Auch aus den Niederlanden werden weitere Fälle in Elterntierherden berichtet.
von DGS Redaktion Quelle ZDG, NGW erschienen am 29.01.2026In Nordrhein-Westfalen ist in Kranenburg im Kreis Kleve ein amtlich bestätigter Ausbruch der Aviären Influenza in einer Putenhaltung festgestellt worden. Die zuständige Behörde hat die tierschutzgerechte Tötung des Bestandes angeordnet und diese Maßnahme bereits umgesetzt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde erlassen.
Weitere von ZDG und NGW gemeldete Fälle betreffen mehrere Bundesländer. In Bayern wurde im Landkreis Cham ein Ausbruch in einer Gemischthaltung mit Tauben und Hühnern bestätigt. In Niedersachsen wurden Infektionen in einer Entenhaltung mit 12.400 Tieren im Landkreis Cloppenburg, Gemeinde Essen, sowie in einer Hühnerhaltung mit 38 Tieren im Landkreis Hameln-Pyrmont, Flecken Aerzen, festgestellt. Zusätzlich bestätigten die Behörden im Landkreis Osnabrück, Gemeinde Badbergen, einen HPAI-Nachweis in einer Putenhaltung mit rund 9.000 Putenhähnen. Im Landkreis Oldenburg besteht derzeit ein Verdachtsfall in einer weiteren Putenhaltung mit etwa 8.500 Tieren.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Ausbruch amtlich bestätigt. Betroffen ist ein Bestand mit rund 40.000 Broiler-Elterntieren im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Gemeinde Schwarz.Aus den Niederlande werden ebenfalls neue Fälle gemeldet. Bestätigt wurden Infektionen in einer Broiler-Elterntierherde mit etwa 70.000 Tieren in Bornerbroek, Gemeinde Almelo, Provinz Overijssel, sowie in einer Legehennen-Elterntierherde mit rund 44.000 Tieren in Kesteren, Gemeinde Neder-Betuwe, Provinz Gelderland.
Sachseln-Anhalt meldet einen Geflügelpestfall aus dem Jerichower Land in der Gemeinde Möckern. 30.800 Masthähnchen sind betroffen und müssen fachgerecht getötet werden.
Unabhängig davon informiert der Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen über den Nachweis von HPAI-Antikörpern bei einer Milchkuh in den Niederlanden. Nach Angaben der Fachbehörden wurde bei dem Tier kein Virus nachgewiesen, sondern ausschließlich eine Immunreaktion in Form von Antikörpern. Hinweise auf eine Virusausscheidung lagen nicht vor. Der Antikörpernachweis zeigt lediglich einen früheren Kontakt mit dem Erreger an und ist nicht als Hinweis auf eine Euterinfektion zu werten.
Versuche des Friedrich-Loeffler-Instituts aus dem Jahr 2024 belegen, dass mit einem europäischen HPAI-Stamm infizierte Kälber zwar Krankheitssymptome entwickeln können, jedoch keine ausreichende Virusmenge produzieren, um andere Tiere anzustecken.
Nach Einschätzung der Fachstellen besteht derzeit kein erhöhtes Risiko für eine Ausbreitung von HPAI in der Rinderpopulation. Als vorbeugende Maßnahme wird weiterhin eine konsequente und saubere Melkhygiene empfohlen.








