
Vorschlag zum Tierwohl gefordert
Die EU-Kommission gibt sich beim Thema Tierschutz zugeknöpft. Forderungen Sloweniens nach einer Novelle der Tierwohlbestimmungen weicht der zuständige Gesundheitskommissar Várhelyi aus. Auch Deutschland will noch in diesem Jahr einen konkreten Gesetzesvorschlag sehen.
von AgE erschienen am 28.01.2026Mindestens fünf Mitgliedstaaten wünschen sich beim Tierwohl in der Europäischen Union deutliche Fortschritte. Eine entsprechende Erklärung hat Slowenien mit Unterstützung Deutschlands, Österreichs, Belgiens und Maltas am 26. Januar 2026 beim EU-Agrarrat vorgelegt. Die EU-Kommission wird darin aufgefordert, noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorzulegen. Konkret soll die Pelztierzucht nach Meinung der Unterzeichner EU-weit verboten werden. Die Mitgliedstaaten sind zudem der Meinung, dass das Thema Tierwohl in diesem und folgenden Jahren eine der Prioritäten im Arbeitsprogramm der Brüsseler Behörde sein sollte.
Der zuständige Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi zeigte sich mit Blick auf eine grundsätzliche Reform zurückhaltend. Wann mit einem Gesetzesvorschlag zu rechnen sein könnte, wollte der Gesundheitskommissar nicht preisgeben. Immerhin sagte der Fidesz-Politiker zu, im März eine Antwort auf die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Fur Free Europe“ präsentieren zu wollen.
Anders als zunächst in Aussicht gestellt worden war, wird das Thema im Arbeitsprogramm der EU-Kommission für dieses Jahr nicht aufgegriffen. Zuvor hatte eine im Juni gestartete Konsultation noch auf einen Vorschlag im letzten Quartal 2026 hingedeutet.
Rainer will noch in diesem Jahr einen Vorschlag
Laut Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sollte die Kommission spätestens am Jahresende einen Legislativvorschlag präsentieren. Darin müsse unter anderem das Thema Töten von männlichen Küken aus Legehennenlinien angegangen werden. Konkrete politische Initiativen, um das Tierwohl zu verbessern, braucht es auch aus Sicht der Niederlande und Spaniens. Auch Dänemark forderte die EU-Kommission auf, das Thema prioritär zu behandeln.
Zurückhaltender äußerten sich östliche Mitgliedstaaten. Polen will beim Thema Tierschutz „den freien Markt“ nicht ignoriert sehen. Rumänien sorgt sich um bereits getätigte Investitionen in dann möglicherweise nicht mehr regelgerechte Stallbauten. Zudem pocht Bukarest auf Investitionen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP); ebenso Kroatien.








