
Geflügelpest: H5N1-Ausbreitung folgt neuen Mustern
Eine Genomanalyse aus den USA zeigt, dass H5N1 in Nordamerika dauerhaft in Wildvogelpopulationen zirkuliert. Hinterhofhaltungen erkranken früher, gelten aber nicht als Ursprung größerer Ausbrüche in der kommerziellen Geflügelhaltung.
von DGS Redaktion Quelle Nature, University of Pennsylvania erschienen am 26.01.2026H5N1, der Erreger der Aviären Influenza, zirkuliert nach Erkenntnissen einer aktuellen US-Studie dauerhaft in Wildvogel- und Wasservogelpopulationen in Nordamerika. Die Ergebnisse wurden Ende 2025 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.
Virologen der University of Pennsylvania untersuchten Virusgenome, um die Entwicklung und Ausbreitung von H5N1 in den frühen 2020er Jahren nachzuvollziehen. Demnach gehen die meisten Ausbrüche bei Hausgeflügel auf Kontakte mit infizierten Wildvögeln zurück, insbesondere mit Wasservögeln. Hobby- und Hinterhofhaltungen zeigten im Durchschnitt rund neun Tage früher Krankheitsanzeichen als kommerzielle Bestände. Hinweise darauf, dass diese kleinen Haltungen die Quelle größerer Ausbrüche in der professionellen Geflügelwirtschaft sind, fanden die Forscher jedoch nicht.
Die Ausbruchsdynamik habe sich seit 2021 verändert, sagte Studienautorin Louise Moncla. Während frühere Ereignisse stärker von einzelnen Einschleppungen geprägt gewesen seien, spiele die Übertragung innerhalb von Wildvogelpopulationen inzwischen eine deutlich größere Rolle.
Vor diesem Hintergrund seien Strategien, die die Aviäre Influenza als klassische eingeschleppte Tierseuche betrachten, nicht mehr ausreichend. Da eine Eliminierung des Erregers in Wildvögeln nicht möglich ist, rücken langfristige Maßnahmen in den Vordergrund. Dazu zählen eine dauerhaft erhöhte Biosicherheit in den Betrieben sowie eine engere Überwachung des Infektionsgeschehens.
Unklar bleibt nach Angaben der Studie der genaue Ursprung der H5N1-Ausbrüche bei Rindern. Die Analysen deuten auf mindestens eine Übertragung von Wildvögeln auf Milchkühe hin, mit anschließender Weiterverbreitung zwischen den Tieren.
Infektionen bei anderen Wildtieren wie Füchsen oder Waschbären wurden ebenfalls dokumentiert, eine Weitergabe an Nutztiere ließ sich jedoch nicht belegen.
Hobby- und Hinterhofhaltungen könnten nach Einschätzung der Forscher als Frühindikatoren für das Auftreten von H5N1 dienen, da sie stärker mit Wildvögeln in Kontakt kommen. Voraussetzung dafür wäre allerdings eine verbesserte Erfassung und Meldung von Krankheitsfällen in diesen Beständen.








