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Tierseuchenlage Europa

Newcastle-Fälle in mehreren europäischen Ländern bestätigt

Aktuelle Meldungen zeigen Fälle in verschiedenen Teilen Europas gleichzeitig. Damit kann für Betriebe das Risiko eines indirekten Eintrags steigen.

von DGS Redaktion Quelle World Organisation for Animal Health, FLI, UK Department for Environment, Food & Rural Affairs erschienen am 15.04.2026
Aktuelle Ausbruchsmeldungen aus Europa betreffen sowohl kommerzielle Geflügelhaltungen als auch kleinere Bestände unter anderem in Polen, Spanien und Deutschland. © Babul Hosen/Shutterstock
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Aktuelle Ausbruchsmeldungen der World Organisation for Animal Health zeigen, dass die Newcastle-Krankheit derzeit in mehreren europäischen Ländern nachgewiesen wird. In den veröffentlichten Meldedaten für Ende 2025 und Anfang 2026 sind unter anderem Fälle aus Polen, Spanien und Deutschland erfasst. Die WOAH-Datenbank dokumentiert dabei sowohl Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen als auch in kleineren Beständen.

Auch nationale Behörden greifen diese Entwicklung auf. Das UK Department for Environment, Food & Rural Affairs verweist in seinen aktuellen Risikobewertungen zur Newcastle-Krankheit (Stand Anfang 2026) ausdrücklich auf Nachweise auf dem europäischen Festland und bewertet diese als relevanten Faktor für ein mögliches Einschleppungsrisiko nach Großbritannien.

Fälle stehen nicht isoliert nebeneinander

Für die Einordnung ist vor allem ein Punkt entscheidend: Die einzelnen Nachweise hängen zusammen. Das Friedrich-Loeffler-Institut berichtet zu den deutschen Fällen, dass die untersuchten Viren genetisch zu Linien gehören, die auch in anderen europäischen Ländern, insbesondere in Osteuropa, nachgewiesen wurden. Diese Einschätzung veröffentlicht das Institut in seinen aktuellen Mitteilungen zum Tierseuchengeschehen 2026. Damit ergibt sich ein Bild, in dem die gemeldeten Ausbrüche nicht als voneinander unabhängige Einzelfälle stehen, sondern Teil eines überregionalen Geschehens sind. Eine eindeutige Ausbreitungsrichtung lässt sich aus den verfügbaren Daten laut den genannten Behörden derzeit nicht ableiten.

Eintragsrisiko entsteht unabhängig vom Standort

Für Betriebe bedeutet das: Ein Eintrag lässt sich nicht mehr allein über die räumliche Nähe zu bekannten Ausbrüchen bewerten. Wenn der Erreger in mehreren Ländern parallel nachgewiesen wird, entsteht ein Infektionsdruck auch über indirekte Wege. Das Friedrich-Loeffler-Institut nennt in diesem Zusammenhang weiterhin typische Eintragswege wie Verschleppungen über Personen, Fahrzeuge oder Geräte sowie mögliche Kontakte zu Wildvögeln. Diese Faktoren werden auch in internationalen Bewertungen, etwa durch das DEFRA, regelmäßig als zentrale Risikofaktoren beschrieben.

Maßnahmen bleiben entscheidend

Die bestehenden Maßnahmen ändern sich dadurch nicht, ihre konsequente Umsetzung wird aber entscheidend. Dazu gehören ein überprüfter Impfstatus, kontrollierte Stallzugänge und klare Hygieneregeln bei allen betrieblichen Abläufen. Für die Praxis bedeutet das vor allem, dass Einträge nicht nur lokal entstehen, sondern auch überregionale Zusammenhänge berücksichtigt werden müssen.

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