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Aviäre Influenza in Europa

HPAI-Fälle gehen zurück, Belastung bei Wildvögeln hoch

Nach einem Winter mit ungewöhnlich hoher Viruszirkulation bei Wasservögeln sinken die Nachweise in Europa wieder. Die Daten zeigen jedoch eine anhaltend hohe Belastung im Wildvogelbereich und bestätigen die zentrale Rolle der Biosicherheit in den Betrieben.

von DGS Redaktion Quelle EFSA, ECDC, EURL, Quartalsbericht zur aviären Influenza erschienen am 19.03.2026
Nach einem Winter mit hoher Viruszirkulation sinken die HPAI-Nachweise in Europa wieder. Wildvögel bleiben dabei die wichtigste Eintragsquelle für Geflügelbestände. © 2020 Ilenia/Shutterstock
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Zwischen dem 29. November 2025 und dem 27. Februar 2026 wurden in Europa 406 Ausbrüche der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) in Geflügelbeständen und 2.108 Fälle bei Wildvögeln registriert. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht hervor, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten sowie das EU-Referenzlabor gemeinsam veröffentlicht haben.

Damit erreicht die Viruszirkulation bei Wildvögeln im zurückliegenden Herbst und Winter den höchsten Stand seit fünf Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Fallzahlen etwa dreimal so hoch, gegenüber dem Zeitraum vor zwei Jahren sogar fast fünfmal höher.

Seit Dezember zeigt sich jedoch ein klarer saisonaler Rückgang. Die Entwicklung folgt damit dem bekannten Muster, wonach die Nachweise nach der winterlichen Spitze wieder abnehmen.

Wildvögel bleiben zentrales Reservoir

Während die Zahl der Ausbrüche in Geflügelhaltungen in den vergangenen zwei Jahren auf einem vergleichbaren Niveau blieb, stiegen die Nachweise bei Wildvögeln deutlich an. Diese Entwicklung bestätigt die Rolle wildlebender Vögel als wichtiges Reservoir und Eintragsquelle für das Virus.

In den untersuchten Geflügelbetrieben ließ sich ein Großteil der Infektionen auf indirekte Kontakte mit Wildvögeln zurückführen. Eine Weiterverbreitung zwischen Betrieben wurde dagegen nur selten beobachtet.

Biosicherheit bleibt entscheidend

Aus Sicht der europäischen Behörden unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung konsequenter Biosicherheitsmaßnahmen. Entscheidend ist vor allem, Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln möglichst zu verhindern und potenzielle Eintragswege konsequent zu kontrollieren.

Dazu zählen unter anderem gesicherte Stallbereiche, sauberes Tränke- und Futtermanagement sowie klare Hygieneregeln für Personal und betriebsfremde Personen.

Die aktuellen Zahlen zeigen damit ein zweigeteiltes Bild. Einerseits entspannt sich die Lage saisonal. Andererseits bleibt das Infektionsgeschehen im Wildvogelbereich auf einem hohen Niveau und stellt weiterhin ein relevantes Risiko für Geflügelhaltungen dar.