
Newcastle-Ausbruch: Bis zu 900.000 Legehennen betroffen
Im Landkreis Dahme-Spreewald werden derzeit Hunderttausende Legehennen gekeult, nachdem die Newcastle-Krankheit in einem großen Betrieb nachgewiesen wurde. Für Mitarbeiter und Betriebsleiter bedeutet der Seuchenausbruch nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern auch eine enorme emotionale Belastung.
von DGS Redaktion Quelle Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Brandenburg (MLEUV), Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Landkreis Dahme-Spreewald – Veterinäramt erschienen am 06.03.2026Im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg müssen infolge eines bestätigten Ausbruchs der Newcastle-Krankheit mehrere hunderttausend Legehennen getötet werden. Nach Angaben des brandenburgischen Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft wurde das Virus Anfang März 2026 in einem Bestand mit rund 375.000 Tieren nachgewiesen. Der Nachweis erfolgte zunächst in einem Privatlabor und wurde anschließend durch das Landeslabor Berlin-Brandenburg sowie das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt.
Auf dem Betriebsgelände stehen weitere Stallungen mit rund 300.000 Tieren unter Verdacht. Werden auch diese Bestände in die Bekämpfungsmaßnahmen einbezogen, kann die Zahl der betroffenen Tiere auf insgesamt etwa 900.000 steigen.
Das zuständige Veterinäramt ordnete die tierschutzgerechte Tötung der Tiere sowie eine Schutzzone von drei Kilometern und eine Überwachungszone von zehn Kilometern um den Betrieb an. Ziel ist es, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Seuche kehrt nach Jahrzehnten zurück
Der aktuelle Fall gehört zu den ersten bestätigten Ausbrüchen der Newcastle-Krankheit bei Nutzgeflügel in Deutschland seit 1996. Zuvor war bereits im Februar ein Putenmastbestand im Landkreis Oder-Spree betroffen gewesen.
Die Krankheit wird durch das Newcastle-Disease-Virus verursacht und zählt zu den bekämpfungspflichtigen Tierseuchen. Bei Hühnern kann sie je nach Virusstamm schwere Krankheitsverläufe mit Atemproblemen, Durchfall, neurologischen Störungen oder plötzlichen Todesfällen auslösen. Für Menschen gilt das Virus als ungefährlich; in seltenen Fällen kann es zu einer Bindehautentzündung kommen.
Ein Betrieb steht still
Während die epidemiologischen Untersuchungen laufen, steht der betroffene Betrieb faktisch still. Für viele Beschäftigte und insbesondere für die Betriebsleiter bedeutet die Situation weit mehr als einen wirtschaftlichen Schaden. In großen Legehennenbetrieben begleiten Teams ihre Tiere über Monate hinweg täglich. Wenn ein kompletter Bestand innerhalb weniger Tage gekeult werden muss, ist das für die Menschen im Betrieb eine extreme Belastung.
Branche fordert klare Aufklärung
Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) mahnt eine rasche und transparente Aufarbeitung der Ursachen an. ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick erklärte, der Ausbruch zeige erneut, wie ernst Tierseuchen für die Geflügelwirtschaft seien und wie wichtig funktionierende Biosicherheitsmaßnahmen sowie eine schnelle Diagnostik seien.
Gleichzeitig verdeutlicht der Fall die besondere Dynamik von Tierseuchen in hochspezialisierten Produktionsstrukturen. Ein einzelner Ausbruch kann in großen Beständen innerhalb kurzer Zeit Hunderttausende Tiere betreffen.
Für die betroffenen Betriebe bleibt in solchen Situationen oft nur ein Ziel: die Seuche möglichst schnell einzudämmen, um weitere Bestände zu schützen.
Belastung für Menschen im Betrieb
Der Ausbruch zeigt nicht nur die wirtschaftlichen Folgen von Tierseuchen, sondern auch die enorme Belastung für Betriebsleiter und Mitarbeiter, die ihre Tiere über Monate hinweg täglich betreuen. Für landwirtschaftliche Familien und Beschäftigte, die in solchen Situationen Unterstützung benötigen, bietet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) eine Krisenhotline an. Sie ist rund um die Uhr erreichbar unter 0561 785-10101 und richtet sich an Menschen aus der Grünen Branche, die in akuten Belastungssituationen Hilfe suchen. Weitere Informationen stellt die SVLFG online bereit.










