Geben Sie einen Suchbegriff ein
oder nutzen Sie einen Webcode aus dem Magazin.

Geben Sie einen Begriff oder Webcode ein und klicken Sie auf Suchen.
Putenhaltung

EFSA Gutachten sieht Handlungsbedarf

Ein aktuelles Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommt zu dem Ergebnis, dass die Europäische Kommission mehr für die Tierwohlstandards in der Putenhaltung sorgen muss und macht konkrete Empfehlungen.

von AgE Quelle AgE erschienen am 09.02.2026
Ein neues Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) legt Vorschläge zur Verbesserung des Tierwohls in der Putenhaltung vor. © sergey kolesnikov/Shutterstock
Artikel teilen:

Die Europäische Kommission muss an die Tierwohlstandards in der Putenhaltung ran. So lautet zumindest eine Empfehlung an die Brüsseler Behörde, die jüngst von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) präsentierte wurde. Handlungsbedarf besteht der Behörde aus Parma zufolge bei Bewegungseinschränkungen, Bewegungsstörungen, Weichteilverletzungen und Hautschäden.

Als problematisch bewerten die Wissenschaftler auch, dass vor allem Mastputen aufgrund der Haltungsbedingungen „unfähig“ seien, ausreichend Erkundungs- oder Futtersuchverhalten an den Tag zu legen. Hinzu kämen oftmals Kälte- beziehungsweise Hitzestress sowie eingeschränkte Bedingungen, um das Nestbauverhalten auszuleben.

Konkrete Empfehlungen zum Platzbedarf

In dem Bericht heißt es weiter, dass das Wohlbefinden bei Puten durch Überbelegung, Verstümmelungen, feuchte Einstreu, fehlende Umweltanreicherung sowie schlechte Luftqualität eingeschränkt werde. Laut der EFSA zeigen Modelle, dass für 7 kg schwere Puten mindestens 0,49 m² und 0,82 m² für Tiere mit 25 kg benötigt werden. Dieser Platzbedarf sei notwendig, um natürliche Verhaltensweisen auszuleben. „Dies ist mehr Platz, als derzeit auf den Höfen vielfach zur Verfügung steht“, heißt es im Bericht der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Zahlreiche Forderungen

An Fleischproduzenten, Zuchtbetriebe und Schlachthöfe richtet die EFSA daher folgende Forderungen:

  • Mehr Platz und eine anregendere Umgebung für die Tiere, einschließlich erhöhter Plattformen.
  • Vermeidung von Futter- und Wasserentzug von mehr als 48 Stunden für frisch geschlüpfte Küken.
  • Herdenausdünnung vermeiden.
  • Bereitstellung von mindestens einem Nest pro vier Hennen in Truthahn-Zuchtherden, einer Mindestlichtintensität von 10 Lux, trockener und bröckeliger Einstreu sowie Aufrechterhaltung eines Ammoniakgehalts unter 10 ppm.
  • Der Kohlendioxidgehalt soll unter 2000 ppm liegen.
  • Verbesserung der Beingesundheit bei der Truthahnzucht.
  • Harmonisierung der Methoden zur Überwachung des Wohlergehens.

Kein Datum für Novellierungsvorschläge

Die Empfehlungen der EFSA zur Putenhaltung könnten in einem umfangreicheren Gesetzespaket Eingang finden. Schon seit längerem wird in der Kommission an Novellierungsvorschlägen zum Tierwohl gearbeitet, darunter Pläne für ein Ende der Käfighaltung. Hieß es im letzten Sommer noch, dass Kommissionsvorschläge Ende 2026 präsentiert werden sollen, wurde das Thema im Arbeitsprogramm der Brüsseler Behörde gar nicht mehr angesprochen. Auch der zuständige EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi zeigte sich beim jüngsten Agrarrat eher zurückhaltend. Ein Datum, wann mit der Vorlage von Vorschlägen zu rechnen sei, nannte der Ungar jedenfalls nicht.

Mehr zum Thema: