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Geflügelwirtschaft

Goldnick: Mehr Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif

Die deutsche Geflügelwirtschaft verweist auf hohe gesetzliche und freiwillige Standards in der Tierhaltung. Zugleich macht der Zentralverband deutlich, dass höhere Haltungsstufen nur dann umsetzbar sind, wenn der Markt die entstehenden Mehrkosten trägt.

von DGS, ZDG Quelle ZDG erschienen am 15.01.2026
„Geflügelhaltung in Deutschland steht für hohe Standards, Tierwohl und sichere Lebensmittel. Der Markt entscheidet, was produziert wird“. Darauf wies der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), Hans-Peter Goldnick, im Vorfeld der Grünen Woche 2026 hin. © Shutterstock
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Die Geflügelhaltung in Deutschland steht nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) für hohe Standards, Tierwohl und sichere Lebensmittel. Darauf hat ZDG-Präsident Hans-Peter Goldnick im Vorfeld der Grünen Woche 2026 hingewiesen. „Unsere Tierhalter arbeiten tagtäglich verantwortungsvoll und mit hohem persönlichem Einsatz. Der Schutz und das Wohlergehen der Tiere stehen im Zentrum jeder betrieblichen Entscheidung“, betont Goldnick. Die Geflügelhaltung in Deutschland gehöre bereits heute zu den am strengsten regulierten weltweit. Diese Standards seien die Grundlage für ein hohes Maß an Lebensmittelsicherheit und Verbrauchervertrauen.

Zugleich macht der ZDG-Präsident deutlich, dass die Weiterentwicklung der Tierhaltung hin zu höheren Haltungsstufen nur entlang der Wertschöpfungskette und über den Markt funktionieren könne. „Mehr Tierwohl bedeutet mehr Aufwand, höhere Kosten und geringere Effizienz. Dieser Mehraufwand muss sich im Marktpreis widerspiegeln“, so Goldnick. Entscheidend sei, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die höheren Kosten für Produkte aus höheren Haltungsformen über entsprechende Mehrpreise tragen.

Eine staatliche Kompensation dauerhaft höherer laufender Kosten lehnt die Geflügelwirtschaft ab. „Geflügel- bzw. Tierhalter wollen ihr Einkommen am Markt erzielen und nicht am unsicheren Tropf wechselnder staatlicher Programme hängen“, erklärt Goldnick. Forderungen nach Subventionen für laufende Mehrkosten seien weder verlässlich noch zukunftsfähig und setzten falsche Anreize. Wettbewerbsfähigkeit, Planungssicherheit und unternehmerische Verantwortung müssten im Vordergrund stehen. Reformstau und überbordende Bürokratie stünden diesen Zielen jedoch häufig entgegen.

Darüber hinaus verweist der ZDG auf bestehende Zielkonflikte zwischen Tierwohl- und Klimazielen. „Höhere Haltungsformen benötigen mehr Platz, mehr Fläche und mehr Ressourcen. Damit sinkt die Ressourceneffizienz, und die Emissionen pro erzeugtem Kilogramm Lebensmittel steigen“, sagt Goldnick. Diese Zusammenhänge müssten in der politischen und gesellschaftlichen Debatte ehrlich benannt werden. Geflügelfleisch und Eier aus effizienter Produktion in einer guten Haltungsumgebung leisteten bereits heute einen wichtigen Beitrag zu einer klimafreundlichen und ausgewogenen Ernährung.

Der ZDG-Präsident appelliert an Politik, Handel und Gesellschaft, die Realitäten der landwirtschaftlichen Praxis anzuerkennen: „Wer höhere Standards will, muss auch bereit sein, die Konsequenzen zu tragen – an der Ladentheke.““ Nur so könne sich die Tierhaltung in Deutschland weiterentwickeln, wirtschaftlich tragfähig bleiben und zur verlässlichen Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln beitragen.