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Aviäre Influenza

Geflügelpest-Virus: Übertragung auf Menschen durch Forschung vermeiden

Europäische Behörden haben die Bedeutung landwirtschaftlicher Biosicherheitsmaßnahmen zur Prävention einer möglichen Geflügelpest-Pandemie unter Menschen betont.

von DGS Redaktion Quelle EFSA erschienen am 04.02.2025
Europäische Behörden forschen intensiv, um sogenannte Schlüsselmutationen der Geflügelpest-Viren zu erkennen, bevor sie eine Pandemie beim Menschen verursachen. © Rex Wholster/Shutterstock.com
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Vogelgrippeviren stellen eine zunehmende Bedrohung dar, da sie das Potenzial haben, sich an den Menschen anzupassen und künftige Pandemien auszulösen. Im Rahmen eines One-Health-Ansatzes haben das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wissenschaftliche Gutachten herausgegeben, in denen Mutationen des Vogelgrippevirus und das Potenzial dieser Viren, sich auf den Menschen zu übertragen, sowie Empfehlungen für den Tiergesundheits- und öffentlichen Gesundheitssektor bewertet werden.

Die Arbeit der beiden Agenturen stützt sich auf umfangreiche Daten, darunter genetische Analysen, Fallstudien am Menschen und das Vorhandensein von Antikörpern, um aktuelle Risiken und Minderungsstrategien zu skizzieren.

Auf die Bedrohung vorbereitet sein

„Die globalen Entwicklungen erfordern, dass wir wachsam bleiben und sicherstellen, dass Europa auf die Bedrohung durch die Vogelgrippe vorbereitet ist. Wir unterstützen die EU-/EWR-Mitgliedstaaten bei der Vorbereitung, Prävention und Eindämmung möglicher künftiger Ausbrüche bei Tieren und Menschen. Für den Schutz der öffentlichen Gesundheit in Europa sind solide Bereitschaftspläne von größter Bedeutung“, sagte Pamela Rendi-Wagner, Leiterin des ECDC.

Schlüsselmutationen werden identifiziert

„Im Jahr 2024 weiteten die Viren der Vogelgrippe ihre Reichweite aus und infizierten auch bisher nicht betroffene Arten. Unsere Arbeit identifiziert Schlüsselmutationen, die mit einer möglichen Ausbreitung auf den Menschen verbunden sind und eine schnelle Erkennung und Reaktion erfordern. Zusammenarbeit und Datenaustausch entlang der Kette der beteiligten Akteure bleiben für die Bewältigung neu auftretender Situationen von entscheidender Bedeutung“, stellte Bernhard Url fest, stellvertretender Geschäftsführer der EFSA.

Bestimmte Personen regelmäßig auf HPAI testen

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme zu interdisziplinären Reaktionen auf das aktuelle Tierseuchengeschehen sprechen sich die Behörden auch dafür aus, exponierte Personen regelmäßig auf Vogelgrippe zu testen. Analyseergebnisse von Menschen und auch von Tieren sollten mit einer Liste von aktuell 34 Virusmutationen abgeglichen werden, die das Potenzial von Vogelgrippeviren beim Sprung auf den Menschen erhöhen könnten.

Notfallpläne für Krankenhäuser entwickeln

Bei Ausbrüchen bei Tieren sollten Krankenhäuser die Überwachung von Menschen mit Krankheitssymptomen verstärken, insbesondere während der Grippesaison, heißt es in der Stellungnahme. Denn dann steige das Risiko einer Vermischung von genetischem Material der verschiedenen Viren. Für den Fall, dass bei einem Menschen Vogelgrippe festgestellt werde, sollten in Krankenhäusern Reaktionspläne vorliegen.

Anpassung von Viren durch Mutationen

Die Stellungnahme zeigt darüber hinaus auf, wie die Anpassung von Vogelgrippeviren an Säugetiere vorangetrieben wird. Konkret geht es dabei zum Beispiel um genetische Mutationen sowie um menschliche Aktivitäten, etwa eine hohe Dichte an landwirtschaftlichen Betrieben und die Zerstörung von Lebensräumen für Wildtiere.