
Europaparlament fordert Stärkung der Tierhaltung
Das EU-Parlament macht sich für die europäischen Nutztierhalter stark. In einer Entschließung fordern die Abgeordneten die EU-Kommission auf, die hiesigen Tierhalter besser zu unterstützen und vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Im Sommer will die Brüsseler Behörde eine neue Strategie zu Nutztierhaltung vorlegen.
von Agra Europe erschienen am 04.05.2026Das Europäische Parlament hat die Europäische Kommission aufgefordert, die Tierhaltung in der EU gezielt zu stärken. In einer am 30. April verabschiedeten Entschließung drängen die Abgeordneten darauf, die heimischen Tierhalter stärker zu unterstützen, sie vor Konkurrenz durch Importe aus Drittstaaten zu schützen und eine Verlagerung der Produktion ins außereuropäische Ausland zu verhindern.
Das Parlament begründet die Entschließung damit, dass die Tierhaltung zentral für Wirtschaft, Ernährungssicherung und Umweltschutz sei – gleichzeitig stehe sie unter wachsendem ökonomischen, ökologischem und sozialen Druck. Damit die Tierzahlen in Europa nicht weiter sinken, müsse agrarpolitisch gegengesteuert werden.
In Ihrer Entschließung fordern die Parlamentarier unter anderem folgende Punkte:
- Maßnahmen zur Sicherung der Budgets der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), um die finanzielle Unterstützung für Tierhalter auf dem aktuellen Niveau zu halten.
- Die EU-Standards für Tierschutz, Tiergesundheit und Umweltverträglichkeit sollen in allen Handelsabkommen Berücksichtigung finden.
- eine optimierte Vermarktung von EU-Tierprodukten im Ausland durch transparentere Kennzeichnungspraktiken und den Schutz geografischer Angaben.
- Verbesserte EU-Koordinierung bei Impfstrategien, Früherkennungssystemen und Datenaustausch, einschließlich einer zentralen Impfdatenbank und Entschädigungsregelungen für von Krankheitsausbrüchen betroffene Landwirte.
- Die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe für Tierhaltung nach dem Vorbild der hochrangigen Arbeitsgruppe für Weinpolitik, um maßgeschneiderte Lösungen unter Berücksichtigung der regionalen Vielfalt zu entwickeln.
- Die Positionierung der EU-Tierhaltung als Eckpfeiler einer nachhaltigen Bioökonomie, um sicherzustellen, dass Produktivität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen.
- Eine umfassende und forschungsbasierte Kommissionsstrategie mit Fokus auf Präzisionslandwirtschaft und Innovation.
Die Entschließung des Parlaments steht auch im Kontext der von der EU-Kommission geplanten Strategie zur Nutzhaltung. Nach aktuellem Stand soll diese in den nächsten Wochen vorgestellt werden.



