
Versuch zeigt Senkung von Ammoniak
Ein Praxisversuch aus Großbritannien untersucht, wie sich Ammoniakemissionen im Broilerstall gezielt beeinflussen lassen. Die Ergebnisse zeigen eine Reduktion unter Praxisbedingungen, werfen aber auch Fragen zur Übertragbarkeit auf.
von DGS Redaktion Quelle Lallemand Animal Nutrition erschienen am 15.04.2026Ein einjähriger Praxisversuch im Osten von Yorkshire zeigt, dass sich Ammoniakemissionen in der Broilermast deutlich senken lassen. Nach Angaben des Herstellers Lallemand Animal Nutrition reduzierte ein spezifisches Behandlungsprotokoll die Emissionen um 42 % gegenüber einer unbehandelten Kontrolle.
Der Versuch lief von Mai 2024 bis April 2025 auf einem Betrieb mit konventionell gehaltenen Ross 308-Broilern. Pro Stall wurden rund 17.500 Tiere bei einer Besatzdichte von 37 kg pro Quadratmeter gehalten. Die Messung der Ammoniakkonzentrationen erfolgte kontinuierlich über ein Laser-Messsystem, die Auswertung orientierte sich an gängigen Einheiten der EU-Genehmigungspraxis in Kilogramm pro Tierplatz und Jahr.
Messwerte über ein Jahr stabil niedriger
Im Jahresmittel lag der Emissionswert in der Kontrollgruppe bei 0,023 Kilogramm Ammoniak pro Tierplatz und Jahr und damit nahe am derzeitigen Referenzwert von 0,024. Unter Anwendung des geprüften Protokolls sank dieser Wert auf 0,013 kg.
Umgerechnet entspricht das laut Versuchsdaten einer Einsparung von rund 175 kg Ammoniak pro Stall und Jahr. Gleichzeitig blieb der Betrieb damit deutlich unter den zulässigen Emissionsgrenzen. In der Auswertung wird zudem darauf hingewiesen, dass sich rechnerisch zusätzliche Tierplätze genehmigen ließen, ohne die Gesamtbelastung zu erhöhen.
Ansatz kombiniert Stallbehandlung und Tränkewasser
Das getestete Verfahren kombiniert eine einmalige Behandlung der Stalloberflächen vor dem Einstallen mit einer wiederholten Gabe eines probiotischen Zusatzes über das Tränkewasser in definierten Produktionsphasen.
Nach Herstellerangaben zielt die Maßnahme darauf ab, die mikrobielle Besiedlung im Stall und im Tier zu beeinflussen. Dadurch soll sich unter anderem die Stickstoffumsetzung in der Einstreu verändern, was als eine mögliche Ursache für die gemessene Reduktion gilt.
Einordnung für die Praxis
Ammoniak bleibt ein zentraler Parameter in der Geflügelhaltung, weil er Tiergesundheit, Stallklima und Emissionsauflagen gleichzeitig betrifft. Gerade vor dem Hintergrund verschärfter Genehmigungsanforderungen und zunehmender Kontrolle durch Behörden und Handel suchen Betriebe nach Ansätzen, die technisch umsetzbar sind und sich in bestehende Abläufe integrieren lassen.
Der vorliegende Versuch liefert dazu belastbare Jahresdaten unter Praxisbedingungen. Offen bleibt jedoch, wie gut sich die Ergebnisse auf andere Haltungsbedingungen, Stalltypen oder Managementsysteme übertragen lassen. Weitere unabhängige Untersuchungen dürften hier entscheidend sein.

