
Deutschland, wie es isst
Aktuelle Ergebnisse des Ernährungsreports 2025 zeigen stabile Präferenzen und neue Herausforderungen. Geschmack und Gesundheit bleiben die wichtigsten Kriterien beim Essen. Beim Fleischkonsum zeigt sich ein differenziertes Bild mit stabiler Rolle für Geflügel.
von DGS Redaktion Quelle Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH), Ernährungsreport 2025; ergänzend: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Marktberichte Fleisch erschienen am 05.02.2026Der Ernährungsreport 2025 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat basiert auf einer repräsentativen forsa-Befragung und zeichnet ein stabiles Bild der Ernährungspräferenzen in Deutschland. Für 98 % der Befragten ist der Geschmack von Lebensmitteln wichtig oder sehr wichtig. Eine gesunde Ernährung nennen 90 % als zentrales Kriterium. Beide Werte bewegen sich seit Jahren auf hohem Niveau.
Deutlich verändert hat sich das Preisbewusstsein. 59 % der Verbraucher geben an, beim Lebensmitteleinkauf besonders auf den Preis zu achten. Damit liegt der Wert wieder über dem Niveau der späten 2010er-Jahre. Der Report ordnet diese Entwicklung in den Kontext gestiegener Lebenshaltungskosten ein.
Fleischkonsum insgesamt rückläufig – Geflügel bleibt vergleichsweise stabil
Der tägliche Verzehr von Fleisch und Wurst ist weiter zurückgegangen. Nur noch rund ein Viertel der Befragten isst mehrmals täglich Fleischprodukte. Gleichzeitig steigt der Anteil flexitarischer Ernährungsweisen. Der Report differenziert nicht nach einzelnen Fleischarten, beschreibt jedoch einen generellen Strukturwandel im Konsum.
Auch wenn der Ernährungsreport keine eigenen Kennzahlen zu Geflügelfleisch ausweist, lassen sich Rückschlüsse aus ergänzenden Marktdaten ziehen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zählt Geflügel seit Jahren zu den stabilsten Fleischkategorien in Deutschland. Während der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch sinkt, bewegt sich der Geflügelkonsum auf konstantem Niveau.
In Verbraucherbefragungen wird Geflügel häufig als leicht, vielseitig und alltagstauglich eingeordnet. Diese Wahrnehmung deckt sich mit dem im Ernährungsreport beschriebenen Trend zu bewussterem, aber nicht vollständigem Fleischverzicht.
Herkunft und Tierwohl auch bei Geflügel relevant
77 % der Befragten achten beim Einkauf auf regionale Herkunft. Gleichzeitig gewinnen Tierwohl- und Herkunftskennzeichnungen an Bedeutung. Diese Kriterien betreffen ausdrücklich auch Geflügelprodukte, etwa bei Eiern sowie bei frischem Geflügelfleisch,aber auch bei frischem Obst und Gemüse sowie Brot und Backwaren. Ebenso steigt über die Jahre die Wahrnehmung von Qualitäts- und Herkunftskennzeichnungen wie dem Nutri-Score.
Ein weiterer Befund betrifft Konsummuster im Alltag: 71 % essen mindestens einmal täglich Gemüse und Obst, und die tägliche Aufnahme von Fleisch und Wurst ist im Vergleich zu 2015 deutlich zurückgegangen. Die Häufigkeit der täglichen Zubereitung eigener Mahlzeiten bleibt mit rund 43 % stabil.








