
Selbstversorgungsgrad 2024: Fleisch über Bedarf, Eier nicht
Die deutsche Landwirtschaft deckt den Nahrungsmittelbedarf rechnerisch zu rund 85 %. Die aktuelle BZL-Infografik zeigt stabile Werte, aber deutliche Unterschiede zwischen den Produktgruppen.
von DGS Redaktion Quelle Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Statistisches Bundesamt (Destatis) erschienen am 05.02.2026Der Selbstversorgungsgrad bei Lebensmitteln in Deutschland ist 2024 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil geblieben. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre lag er bei rund 85 %. Das geht aus der aktuellen Infografik des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) hervor, die auf Basis der Versorgungsbilanzen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erstellt wurde.

Fleisch rechnerisch überversorgt, Teilstückabhängigkeit bleibt
Für Fleisch insgesamt weist die BZL-Grafik einen Selbstversorgungsgrad von 120 % aus. Dieser Wert beschreibt eine rechnerische Überdeckung des Inlandsverbrauchs über alle Fleischarten und Teilstücke hinweg. Er bedeutet jedoch nicht, dass Deutschland auf Fleischimporte verzichten könnte. Gefragte Teilstücke wie Filets oder Koteletts werden weiterhin importiert, während weniger nachgefragte Teile exportiert oder anderweitig verwertet werden.
Eier weiter unter der Vollversorgung
Deutlich unter der rechnerischen Vollversorgung bleibt der Bereich Eier. Laut BLE lag der Selbstversorgungsgrad 2024 bei 72 %. Damit stammt weiterhin mehr als ein Viertel der in Deutschland verbrauchten Eier aus dem Ausland. Diese Größenordnung bestätigen sowohl die Versorgungsbilanz Eier der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung als auch Angaben des Statistischen Bundesamtes zur inländischen Eiererzeugung und zum Verbrauch.
Honig rückläufig, Getreide ausgeglichen
Beim Honig zeigt die Grafik mit 37 % einen im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Selbstversorgungsgrad. Getreide liegt mit 100 % rechnerisch exakt auf dem Inlandsbedarf. Milch überschreitet diesen mit 106 % leicht.
Der Selbstversorgungsgrad beschreibt dabei stets ein rechnerisches Verhältnis von Erzeugung zu Verbrauch. Handelsströme, Verarbeitungsstufen oder die Nachfrage nach bestimmten Qualitäten und Produkten werden darin nicht abgebildet.








