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Geschlechtsbestimmung im Ei

Orbem stellt Genus Focus-Verfahren in den USA vor

Die deutsche Firma Orbem, die in Europa bereits seit 2023 die kontaktlose, KI-gestützte Geschlechtsbestimmung von Eiern ermöglicht, bereitet sich nun auch auf Installationen in den USA vor.

von DGS Redaktion Quelle wattagnet/WattPoultryNet erschienen am 24.07.2025
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Wie das US-Fachportal WattPoultry berichtet, wird das deutsche Unternehmen Orbem – nun mit Zweitsitz in den USA – sein KI-basiertes MRT-System Genus Focus auf dem „Poultry Tech Summit“ Anfang November 2025 in Atlanta vorstellen. Der Genus Focus zur in-ovo Geschlechtsbestimmung kann Firmenangaben zufolge bis zu 24.000 Eier pro Stunde mit 99?Prozent Genauigkeit scannen, ohne das Ei zu öffnen oder zu beschädigen.

„Diese Methode ermöglicht es, in jeder Phase der Bebrütung in das Ei hineinzuschauen, ohne es zu beeinträchtigen“, erklärte Jennifer Volz, Head of Global Business Development bei Orbem, dazu gegenüber WattPoultry. Das System liefere frühzeitig Daten zur Fruchtbarkeit, zum Geschlecht sowie zu weiteren Merkmalen – und ebne damit den Weg für fundierte Zuchtentscheidungen und mehr Tierwohl.

In Europa schon seit 2023 im Einsatz

Die Genus Focus-Technologie erlangte ihre Produktreife bereits 2023 in Frankreich und wird in Europa mittlerweile außerdem in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Norwegen eingesetzt. Erste Installationsplanungen werden laut Orbem in den USA vorbereitet.

In Deutschland ist das routinemäßige Töten männlicher Eintagsküken seit 2022 verboten. Ab 2024 dürfen zudem keine invasiven Verfahren mehr eingesetzt werden, wenn sie nach dem 12. Bruttag erfolgen – da ab diesem Zeitpunkt eine mögliche Schmerzempfindung der Embryonen nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

Die nicht-invasive MRT-Technologie, die bereits ab dem 11. bis 12. Bebrütungstag eine Geschlechtsbestimmung ermöglicht, entspricht somit dem deutschen Tierschutzgesetz und hilft Brütereien, gesetzeskonform und zugleich wirtschaftlich zu arbeiten.

Mehr als nur Geschlechtsbestimmung

Das System kann laut Jennifer Volz nicht nur das Geschlecht bestimmen, sondern auch Blut- und Fleischflecken erkennen, den molekularen Inhalt analysieren und phänotypische Merkmale erfassen. Dies geschehe vollständig automatisiert und ohne das Ei zu öffnen. Diese umfassende Analyse könnte Züchtern wertvolle Daten für genetische Verbesserungsprogramme und eine effizientere Produktion liefern.

Anm. der Redaktion: Der Artikel wurde am 28. August 2025 aktualisiert, um ungenaue und falsche Formulierungen zu korrigieren.