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Aviäre Influenza

Noch keine Entwarnung in Sicht

Zuletzt informierte der Geflügelwirtschaftsverband Schleswig-Holstein am 24. November 2020 darüber, dass in einer Geflügelhaltung im Landkreis Dithmarschen das hochpathogene Geflügelpestvirus H5N8 amtlich festgestellt wurde.

Veröffentlicht am
Pil-Art/Shutterstock.com
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Betroffen war eine Gänsehaltung mit 630 Tieren. Es ist damit der fünfte Fall der Geflügelpest in einer Hausgeflügelhaltung in Schleswig-Holstein. Der Bestand wurde geräumt. 

Gänse trotz Aufstallung infiziert

Um den Ausbruchsbetrieb sind gemäß Geflügelpest-Verordnung Restriktionszonen einzurichten, die aus einem Sperrbezirk und einem Beobachtungsgebiet um den Ausbruchsbetrieb bestehen. Die Gänse waren bereits seit dem Aufstallgebot vom 10. November eingestallt. Dennoch konnte der Viruseintrag nicht verhindert werden, was auf die hohe Viruslast in der Umwelt zurückzuführen sein dürfte. Die Analysen des Eintrags laufen noch.

Wildvögel bundesweit betroffen

Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein liegt mittlerweile bei 264. Die Zahl der entlang der Westküste Schleswig-Holsteins erfassten, verendeten Wildvögel hat sich auf rund 9.600 erhöht. Weitere Fälle werden derzeit aus fast allen Regionen des Landes Schleswig-Holstein gemeldet.

Hygienemaßnahmen konsequent umsetzen

Landwirtschaftsminister Jan Phillip Albrecht nahm den Fall zum Anlass, nochmals an die Halter zu appellieren, die zum Schutz des Hausgeflügels erforderlichen Hygienemaßnahmen und die Aufstallung konsequent umzusetzen und einzuhalten.

Der Minister wies darauf hin, dass nun neben Schleswig-Holstein auch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und nach jüngsten Meldungen auch Berlin und Bayern von Nachweisen der Geflügelpest bei Wildvögeln betroffen seien. 

Subtyp H5N5 in Belgien nachgewiesen

Auch in Belgien ist in der vergangenen Woche die Vogelgrippe H5N5 in einer professionellen Haltung ausgebrochen. Nach Angaben der Föderalen Behörde für Lebensmittelsicherheit (FAVV) in Brüssel vom 26. November 2020 traf es einen Hähnchenmastbetrieb in der westflämischen Gemeinde Menen. Alle Tiere seien vorsorglich getötet worden.

Besondere Aufmerksamkeit bei Prävention in der Schweiz

Obwohl die Schweiz bisher nicht betroffen ist, rief dort das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Geflügelhalter im Land auf, den Präventionsmaßnahmen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, da sich derzeit viele wild lebende Wasservögel an den heimischen Seen zur Überwinterung niederließen. 

EFSA mahnt strenge Beobachtung des Virus an 

Vor einem hohen Risiko des Vorrückens der Vogelgrippe in bisher nicht betroffene EU-Länder hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gewarnt. Das Risiko einer Übertragung auf den Menschen werde nach wie vor als sehr gering eingestuft. Dennoch müsse die Entwicklung weiterhin genau beobachtet werden, um das anhaltende Risiko bewerten zu können.

Von entscheidender Bedeutung sei der Austausch vollständiger viraler Genomsequenzen, um so das Auftreten neuartiger Viren oder genetischer Mutationen mit für die Gesundheit von Mensch und Tier relevanten Eigenschaften sofort erkennen zu können.