Futter rein, Eier raus - das funktioniert nicht mehr
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Futter rein, Ei raus – dieses einfache Prinzip gilt schon lange nicht mehr. Die Legehennenhaltung ist mit dem Verzicht auf das Schnabelkürzen erheblich anspruchsvoller geworden, das betonte Robert Pottgüter von der Lohmann Tierzucht GmbH Cuxhaven auf der Vortragstagung des Geflügelwirtschaftsverbandes (GWV) Rheinland-Pfalz am 13. März 2018 in Koblenz. Heute müsse das gesamte Erscheinungsbild der Herde viel mehr Berücksichtigung finden.
Die neue Bedeutung vonProtein und Rohfaser
Eine wichtige Rolle spielen künftig die Protein- und Aminosäurenversorgung. So sei davon auszugehen, dass die Rohproteingehalte mit Blick auf die Stickstoffbelastung der Umwelt reduziert werden müssten. „Um die Versorgung der Tiere dennoch zu gewährleisten, reden wir heute über verdauliche Aminosäuren“, erklärte Pottgüter und betonte, dass importiertes Soja trotz aller Diskussionen immer noch die sicherste Aminosäurenquelle mit einer sehr guten Verdaulichkeit für Legehennen sei.
Mit dem Verzicht auf das Schnabelkürzen erhielten neben der Proteinversorgung der Rohfaseranteil und die Futterstruktur eine neue Bedeutung – zum einen zur Beschäftigung, zum anderen aber auch aufgrund des positiven Einflusses auf die Darmgesundheit. Als mögliche Beimischungen ins Futter nannte Pottgüter Hafer oder Lignocellulose sowie Luzerneballen, die im Stall angeboten werden können.
Mehl oder Pellets? Diese Frage beantwortete der Fütterungsspezialist mit einem eindeutigen Ja für das gemahlene Futter: Grob, griffig, homogen und entmischungsstabil solle es sein. Vor allem dürften keine Änderungen von Lieferung zu Lieferung stattfinden.
Was sind die wichtigsten Punkte bei der Fütterung?
Robert Pottgüter nannte folgenden fünf Aspekte:
- Futterstruktur,
- unverdauliche Rohfaser,
- Füttern auf Darmstabilität,
- Ernährung entsprechend der Eimassenleistung der Herden,
- Mischungsberechnung auf Basis verdaulicher Aminosäuren.
Handfeste Tipps zum Start einer neuen Legehennenherde gab Dennis Tros von der niederländischen Futterfirma De Heus Voeders B.V. Einen ausführlicheren Bericht dazu lesen Sie in der DGS Intern 12/2018.