Ab 2022 keine Käfigeier in französischen Supermärkten
Der französische Landwirtschaftsminister Stéphane Travert hat angekündigt, dass die Regierung ab 2022 den Verkauf von Schaleneiern aus Käfighaltung in Supermärkten verbieten möchte. Das Verbot gilt nicht für Eier, die in verarbeiteten Produkten verwendet werden.
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Einige französische Supermärkte haben bereits Maßnahmen ergriffen und sich verpflichtet, sogenannte Käfigeier aus den Geschäften zu nehmen. Monoprix stellte 2016 den Verkauf von Käfigeiern ein, während Carrefour ab 2020 nur noch Freilandeier verkaufen möchte. Auchan plante bis zum Bekanntwerden dieser Nachricht den Ausstieg für 2025.
Geflügelsektor verärgert
Die Ankündigung von Travert hat die französische Eierbranche stark verärgert. Die Legehennenhalter argumentieren, das Verbot würde hunderte Millionen Euro kosten und könne die EU-Binnenmarktvorschriften verletzen.
Wie die Times berichtete, wäre das Verbot nach Aussagen des französischen Komitees zur Förderung des Eierabsatzes (Comité national pour la promotion de l‘œuf, CNPO) für viele Eiererzeuger das betriebliche Aus. Danach würden sich die Importe erhöhen und auch die Preise stark ansteigen. Der Generalsekretär des CNPO, Maxime Chaumet, beschuldigte die Regierung, frühere Versprechen zu brechen: „Im November hatten der Präsident und der Landwirtschaftsminister uns gebeten, einen Plan zu entwickeln. Wir erklärten, dass wir bis 2022 nur 50 % der Käfighaltung umrüsten können. Dass allein kostet den Sektor 500 Mio. Euro und wir haben keine Ahnung, woher das Geld dafür kommen soll.“
Frankreich ist mit einer Erzeugung mit 14,3 Mrd. Eiern (2016) in der EU die größte Eierproduzent. Gegenwärtig werden rund zwei Drittel der in Frankreich verkauften Eier von ca. 32 Mio. Legehennen aus Käfighaltung erzeugt. Durchschnittlich isst jeder Franzose 220 Eier pro Jahr.