Biosicherheit weiterhin einhalten!
Die Geflügelpestsituation in Deutschland und der EU hat sich entspannt.
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Wie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) am 2. Mai 2017 mitteilte, datiert der letzte Nachweis der hochpathogenen Aviären Influenza bei einem Wildvogel in Deutschland auf den 19. April 2017. Einen Ausbruch in einer Geflügelhaltung gab es hierzulande zuletzt am 6. April; europaweit war das am 25. April bei einem Legebetrieb in Schweden der Fall.
Aufgrund der ausbleibenden Neuinfektionen haben die FLI-Experten das Risiko einer Ansteckung mit dem Geflügelpestvirus weiter herabgestuft. Die Wahrscheinlichkeit eines Eintrags in Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte Kontakte zwischen Wildvögeln und gehaltenen Tieren wird nunmehr abhängig von der Region als gering bis mäßig eingestuft. In Gebieten, in denen mit dem Virustyp H5 infizierte Wildvögel gefunden werden bzw. in deren Nachbarschaft, wird das Risiko als mäßig eingestuft. In Regionen, in denen für längere Zeit keine Nachweise bei Wildvögeln erfolgten und keine Wasservogelansammlungen beobachtet werden, wird das Risiko als gering betrachtet. Für Wassergeflügelhaltungen wird die Wahrscheinlichkeit des unerkannten Zirkulierens der Geflügelpestviren und demzufolge auch der Verbreitung zwischen Geflügelbeständen als mäßig eingeschätzt.
Ein mäßiges Risiko gibt es laut FLI auch für die Einschleppung in Geflügelbetriebe durch kontaminierte Gegenstände wie Fahrzeuge oder Kleidung in Gebieten, in denen es zuvor häufig Funde von infizierten Wildvögeln gab. Die strengen Biosicherheitsmaßnahmen müssten deshalb weiterhin eingehalten werden, betonen die Veterinärexperten.
Beim Seuchenzug von Anfang November 2016 bis zum Stichtag 2. Mai 2017 gab es laut FLI insgesamt 1 150 Nachweise von H5N8 bei Wildvögeln in Deutschland. In Geflügelhaltungen wurden 91 und in Zoos 15 Geflügelpestausbrüche gemeldet. Am stärksten betroffen war Niedersachsen mit 45 Fällen in Nutzgeflügelbeständen. In 29 europäischen Ländern wurde das Virus festgestellt, wobei insgesamt 1.125 Geflügelhaltungen betroffen waren. Mit 485 Fällen wurden die französischen Geflügelhalter am stärksten in Mitleidenschaft gezogen, gefolgt von ihren ungarischen Kollegen mit 242 Ausbrüchen.
Die aktuelle Risikoeinschätzung finden Sie auf der Internetseite des FLI.