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Verordnete Halbierung bewirkt das Gegenteil

Die Forderung nach einer Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung um 50% fördert eher Resistenzen als sie zu reduzieren.
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Um 468 t oder 27 % ist die Gesamtmenge der Antibiotika in der Nutztierhaltung von 2011 bis 2014 laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gesunken. Die Antibiotikareduzierung war ein Thema beim 6. Tierärztetag Nordrhein-Westfalen (NRW) vom 4. bis 6. September 2015. „Eine politisch verordnete Kürzung der Antibiotika um 50 % ist verantwortungslos“, sagte Dr. Harri Schmitt, Präsident der Tierärztekammer Westfalen-Lippe, auf der Eröffnungsveranstaltung. NRW-Agrarminister Johannes Remmel hatte in einem kürzlich vorgestellten Handlungspapier erneut eine solche pauschale Kürzung gefordert.

Eine pauschale Senkung um weitere 50 % sei theoretisch schnell zu erreichen, indem man nur noch Reserveantibiotika einsetze, von denen geringere Mengen nötig seien, ergänzte Schmidt. „Aber das sind unsere letzten Waffen. Denn wenn sich Resistenzen entwickeln, haben wir nichts mehr in der Hand.“

„Die Resistenzproblematik in der Humanmedizin ist nur zum sehr kleinen Teil Resultat der Tiermedizin“, sagte Schmitt zur Umsetzung des Antobiotikamonitorings durch HIT.

Mit Interesse verfolgten die Tierärzte auch die Diskussion zur Überwachung tierärztlicher Hausapotheken. Für die Neuregelung soll beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz eine zentrale Behörde eingerichtet werden. Die Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sind gegen diese Umstrukturierung. Eine Überprüfung würde dann bis zu 12 000 Euro für große Arztpraxen kosten und den derzeit gültigen, im Bundesvergleich höchsten Kostenrahmenvon 50 bis 2 000 Euro sprengen.

Tierärztekammern NRW
und Westfalen-Lippe