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Eierwirtschaft warnt vor zu schnellem Ausstieg aus der Schnabelbehandlung

Der Bundesverband Deutsches Ei (BDE) hat vor einem zu schnellen Ausstieg aus der Schnabelbehandlung von Legehennen gewarnt und in dem Zusammenhang Niedersachsens Agrarminister Meyer kritisiert.
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Jüngst wurde über den freiwilligen Ausstieg der dänischen Eierwirtschaft aus der Schnabelbehandlung berichtet. Dieser Verzicht gilt aber nur für die Schnabelbehandlung von Hennen im ausgestalteten Käfig, nicht für Legehennen in Boden- oder Freilandhaltung. Nach Angaben des dänischen Branchenverbandes sei eine Umsetzung des Verzichts in alternativen Haltungsformen auch in Dänemark noch nicht möglich, da weder ausreichendes Wissen noch wirkungsvolle Managementmaßnahmen zum Verhindern von Federpicken und Kannibalismus vorhanden seien. Die deutsche Eierwirtschaft teilt diese Einschätzung, die zeigt, dass ein vorschneller Ausstieg aus der Schnabelbehandlung mit schwer kalkulierbaren Risiken für das Tierwohl behaftet ist. „Die deutsche Eierwirtschaft ist für einen Ausstieg aus der Schnabelbehandlung“, bekräftigt der BDE-Vorsitzende Dr. Bernd Diekmann, „aber bei einem verfrühten Ausstieg ohne fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse über auslösende Faktoren und eine mögliche Kontrolle der Verhaltensstörungen Federpicken und Kannibalismus wird nur ein Tierschutzproblem durch ein anderes ersetzt.“ Diekmann kritisierte zudem Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer, der die Vorbildfunktion der österreichischen Legehennenhalter betont hatte. Zwar verzichte Österreich auf die Schnabelbehandlung in Bodenhaltung, nehme dafür aber Ställe ohne Tageslicht in Kauf. Davon konnte sich Meyer bei einer Exkursion zu österreichischen Hennenhaltern überzeugen, hatte aber das wichtige Detail auf seiner Pressekonferenz unberücksichtigt gelassen. Der richtige Weg aus Sicht der deutschen Eierwirtschaft sei, mit intensiver Unterstützung durch die Wissenschaft fundierte Grundlagen für den mittelfristigen Ausstieg aus der Schnabelbehandlung zu schaffen. Deswegen habe die Wirtschaft die direkte finanzielle Unterstützung des Forschungsverbundes „Verzicht auf Schnabelkürzen bei Legehennen in Praxisbetrieben“ im Rahmen des Innovationsförderprogramms des Bundesagrarministeriums zur Erforschung von Managementmaßnahmen zur Vermeidung von Federpicken und Kannibalismus zugesagt.ZDG